Werratalschule Heringen

„Achtung, kein Happy End!“

- Autorin Antje Wagner zu Besuch an der Werratalschule Heringen -

Eine ganz besondere Begegnung mit Literatur erlebte der 6. Jahrgang der Werratalschule Heringen, als im Rahmen der 23. Osthessischen Jugendbuchwoche die Autorin Antje Wagner ihren Roman „Unland“ vorstellte. Zunächst erklärte sie, dass es nicht leicht war, einen Jugendbuchverlag zu finden, der einen Thriller druckt, und warnte: „Achtung! Wenn ihr ein Happy End wollt, lasst die Finger weg von diesem Buch!“ Damit erzeugte sie ein Höchstmaß an Neugierde bei den Jugendlichen, bevor sie überhaupt den ersten Satz gelesen hatte. Anschließend verfolgten sie gespannt mit, wie eine der Hauptfiguren des Romans ihre Ankunft in einem Heim für Jugendliche in einem gottverlassenen Dorf in der sachsen-anhaltinischen Pampa erlebt.

Hatte Antje Wagner mit ihrem jugendnahen Schreib- und Vortragsstil bereits den Nerv ihrer Zuhörerschaft getroffen, konnte sie deren Interesse noch dadurch steigern, dass sie nach dem ersten Teil ihrer Lesung die autobiographischen Züge des Thrillers aufdeckte. Auch sie ist in einem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt aufgewachsen, in dem es solch ein Heim gab, und hat mit vielen dieser so genannten Heimkinder ganz selbstverständlich ihre Schulzeit verbracht. In ihrem Roman verarbeitet sie deren Geschichten, macht sie aber durch allerlei schriftstellerische „Tricks“ unkenntlich, um niemanden zu entblößen oder verwundbar zu machen. Im zweiten Teil der Lesung ließ Wagner ihre Zuhörer zusammen mit der Hauptfigur viele Fragen zu „Unland“ stellen, nämlich den schwarzen Ruinen, die in unmittelbarer Nähe des Heims von einem Elektrozaun abgeschirmt sind.

Abschließend prophezeite sie, dass alles, was man sich im Laufe der Lektüre ihres Romans erschlossen habe, am Schluss „kippe“ und man ihn sofort noch einmal lesen wolle, um die Spuren zu erkennen, die man beim ersten Mal übersehen habe. Sofort begannen die Werratalschüler lebhaft, ihre Hypothesen auszutauschen. Dass sie sich das Buch ausleihen oder kaufen und gleich mit dem Lesen anfangen würden, stand längst außer Frage. (Fin)

Tag der offenen Tür an der Werratalschule

„Entdecke unser Haus des Lernens“
 
Dieser Devise anlässlich des Tags der offenen Tür an der Werratalschule Heringen folgten große Besuchermengen am Samstag, dem 16. November. Ganz besonders richtete sich der Tag an die Schüler und Schülerinnen aus den Abschlussklassen der umliegenden Grund- und Mittelstufenschulen und ihre Eltern, die gerade vor wichtigen Schullaufbahnentscheidungen stehen.
Bevor die Interessierten ihre eigentliche Entdeckungsreise durch die Schule begannen, wurde die Veranstaltung von Schulleiter Michael Arendt und der Vorsitzenden des Schulfördervereins, Carmen Brandes, eröffnet. Auch Bürgermeister Daniel Iliev war der Einladung in seine ehemalige Schule gefolgt und hatte sogar ein großzügiges Geldgeschenk der Stadt Heringen im Gepäck, das er unter lebhaftem Applaus an Arendt und Brandes für Schule und Förderverein übergab. Musikalisch wurde die Eröffnung des Publikumstages vom Schulorchester sowie Max Branz (Klavier) und Maria Schäfer (Gesang) umrahmt. Branz wies bei der Gelegenheit bereits auf das anstehende Adventskonzert seines Abiturientenjahrgangs
hin, das für den 5. Dezember in der Stadtkirche Heringen geplant ist. Im Zentrum des Tages standen anschließend Mitmachaktionen, die im vorausgehenden Unterricht projektartig vorbereitet worden waren und die einen Einblick in die vielfältigen Unterrichtsangebote der Schule vermittelten. Man konnte in Mathestationen spielerisch seine Zahlenkenntnisse und in der Metall-, der Näh- sowie einer Kunstwerkstatt sein handwerkliches bzw. kreatives Geschick erproben. Man konnte in die Aktivitäten der Forscherklasse hineinschnuppern und in einer Art Parcours von Experimenten den Forscherpass erwerben.
Überall sah man Schüler und Schülerinnen, wie sie die jungen Besucher in ihre Mitmachangebote einführten. Die Fächer Englisch, Französisch, Spanisch und Latein luden zur spielerischen Erkundung ihrer Sprachen ein. Der 6. Jahrgang nahm die Gäste „mit auf Klassenfahrt“ nach Ilmenau, wo man - auch auf kreative Weise - Johann Wolfgang von Goethe begegnen konnte. Auch die Bläserklasse und die Rock-AG stellten sich vor. Bei den Angeboten der sogenannten „Bewegten Pause“, der Gerätelandschaft in der Sporthalle und der Aktion „Lied und Bewegung“ konnte man sich ordentlich in Schwung bringen lassen. Im Rahmen des Nachmittagsangebotes bietet die WTS eine breite Palette an
Arbeitsgemeinschaften. Dazu gab es am Besuchertag Informations- und Beratungsmöglichkeiten.
Potentielle Oberstufenschüler und -schülerinnen konnten sich ferner in einem Info-Café über den angestrebten Weg zum Abitur und über Berufs- und Studienorientierung informieren. Ferner erfuhren sie Interessantes über die attraktiven Möglichkeiten, am Schulaustausch mit der Partnerschule in Watertown im US-Bundesstaat Wisconsin oder an dem mit einer Schule in den Niederlanden teilzunehmen. Auch für Interessierte an der Ausbildung zu Chemisch-Technischen Assistenten gab es altersgerechte und themenspezifische Angebote. Weitere Mitmachaktionen, wie einen Debattierclub, präsentierte der Bereich der Gesellschaftswissenschaften. Führungen durch die Schulgebäude hatten die Mitglieder der
Schulleitung persönlich übernommen, und es wurde auch reichlich Gebrauch davon gemacht. Die Schülervertretung sorgte für deftige Verpflegung, und viele engagierte Eltern des Schulelternbeirats bzw. des Schulfördervereins ließen einen Hauch von Kaffee, Kuchen und Popcorn durch die Gebäude wehen. Die Gelegenheit, einen Einblick in das lebendige Schulleben zu nehmen, ergriffen auch dieses Jahr wieder viele Eltern derzeitiger WTS-Schüler und Schülerinnen. Und wie immer bei solchen Anlässen, ließen es sich auch viele Ehemalige nicht nehmen, mal wieder in ihrer alten Schule vorbeizuschauen und zu besichtigen, was sich seit ihrem jeweiligen Abschluss alles verändert hat - insgesamt also eine Gelegenheit, sich in ielen Gesprächen über vergangenes, derzeitiges und künftiges Schulleben auszutauschen.
(Fin)
 

Fremdsprachen hoch im Kurs an der Werratalschule Heringen

Die Schüler und Schülerinnen des 7. und 8. Jahrgangs der Werratalschule Heringen erlebten „Englischunterricht“ der ganz besonderen Art, als ein vierköpfiges Team des Tourneetheaters „White Horse Theatre“ ihnen in der Aula der Schule das Stück „Dreaming in Englisch“ präsentierte. Das Publikum „begleitete“ dabei Lena, ein deutsches Mädchen aus wohlhabender Familie, zu ihrer Sprachenschule in Brighton und konnte mitverfolgen, wie dort ein mittelloser junger Engländer deren Weltblick nachhaltig verändert und ihr das wahre Leben jenseits der Touristen- und TV-Serienrealität vorstellt. Mit sprachlichem Witz und spritzigem Spiel gewannen die Akteure schnell die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Lena erlebt zum Beispiel, dass man im englischen Pub keinen „cyclist“ bestellen kann, sondern nach „shandy“ fragen muss, wenn man ein Radler trinken möchte. Die Motivation zum Englischlernen erfuhr ganz sicher einen beachtlichen Schub dank der Erfahrung, dass die Jugendlichen problemlos diesem etwa einstündigen anspruchsvollen Theaterstück folgen und anschließend noch ein Gespräch mit der Schauspieltruppe führen konnten.

Gastspiele in englischer Sprache sind an der Werratalschule Heringen für den 7. und 8. Jahrgang inzwischen eine beliebte Tradition geworden.

Aber neben dem Pflichtprogramm in Fremdsprachen, also dem Unterricht von Englisch als sogenannter erster Fremdsprache und Französisch bzw. Latein als zweiter Fremdsprache, hat die Schule die „Kür“ immer weiter ausgebaut. Bereits seit 2006 besteht ein reger Austausch mit der Watertown Highschool im US-Bundesstaat Wisconsin. Erst kurz vor den Sommerferien war eine Gruppe amerikanischer Jugendlicher mit ihren Lehrkräften zu Besuch in der Werrastadt, lernte in Gastfamilien und Schule den deutschen Familien- und Schulalltag kennen und erkundete mit den deutschen Partnern die osthessische und thüringische Umgebung. Im letzten Herbst hatte der Gegenbesuch stattgefunden. Bei dem nun immerhin auch schon seit 2013 stattfindenden Austauschprojekt mit dem Merletcollege in Cuijk/Niederlande, das in Kooperation mit dem Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium in Vacha durchgeführt wird, kommt ebenfalls dem Englischen ein hoher Stellenwert zu. Die jungen Leute, die in der Regel nicht die Muttersprache der jeweiligen Partner sprechen, erleben nämlich, wie wertvoll das Englische als sogenannte „lingua franca“ für die Verständigung ist. Hierbei handelt es sich um eine weltweite Erfahrung.

Der Tatsache, dass das Englische immer mehr zur internationalen Handelssprache wird und aus dem späteren Berufsleben kaum wegzudenken ist, tragen auch weitere Angebote der Heringer Schule Rechnung. Im Bereich des Wahlpflichtunterrichts im ersten Jahr der Oberstufe wird der Kurs Business-English angeboten und gut angenommen.

Für die Zulassung zu bestimmten Studiengängen fordern manche Hochschulen ein international anerkanntes, außerschulisch erworbenes Fremdsprachenzertifkat. Auch hierfür wird an der Werratalschule vorgesorgt, und zwar mit Kursen ab dem achten Jahrgang, die für die Prüfung zum Erwerb des sogenannten Cambridge English Certificates - auf verschiedenen Niveaustufen - vorbereiten. In Arbeitsgemeinschaften ab dem siebten Schuljahr kann man für die entsprechende, sogenannte DELF-Prüfung im Französischen trainieren.

Ganz neu ins Fremdsprachenangebot der Mittelstufe wurde Spanisch aufgenommen. Seit Schuljahresbeginn lernt eine Gruppe Achtklässler im Rahmen des Wahlunterrichts Spanisch als dritte Fremdsprache. WTS-Lehrerin Carmen del Maria Luis Girones, eine gebürtige Spanierin, wendet dabei viele kreative, schülerorientierte Methoden an und legt vor allem Wert auf mündliche Kommunikation. Die Einrichtung dieses Angebots bietet Möglichkeiten, die bis zum Abitur reichen, denn man kann Spanisch in der Oberstufe als sogenannte zweite Fremdsprache - also anstelle von Französisch oder Latein - in einem Grundkurs fortführen und damit schließlich sogar als Abiturprüfungsfach wählen.

An der Werratalschule wird also nicht nur in Fremdsprachen „geträumt“, wie gerade im englischen Theater gesehen, sondern ganz konkret und lebendig auf die globalen Herausforderungen der Zukunft vorbereitet. (Fin)

 

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