Werratalschule Heringen

Klassengemeinschaft und Solidargemeinschaft

- 5. Klasse der Werratalschule zu Besuch bei der Bahnhofsmission -

„Jeder ist nicht nur für sich, sondern auch für den anderen verantwortlich.“ Dass dieses Motto nicht nur für die Klassengemeinschaft, sondern auch für das soziale Miteinander in unserer Gesellschaft wichtig ist, erlebte die Klasse 5G1 der Werratalschule Heringen bei ihrem Besuch der Tafel und der Bahnhofsmission in Bad Hersfeld.

Lara Thornagel, die in den Sommerferien mehrfach in der Tafel geholfen hatte, berichtete ihren Klassenkameraden in der 5G1 davon. Im Religionsunterricht bei Lehrer Martin Sieber wurde schließlich der Besuch bei der Tafel sowie der Bahnhofsmission als evangelische Einrichtung der Diakonie der Kirchenkreise Hersfeld und Rotenburg inhaltlich vorbereitet und durchgeführt.

Während des dreistündigen Besuchs wurden die Kinder auf beide links und rechts vom Bahnhof liegende Institutionen aufgeteilt, und nach der Halbzeit wurde gewechselt. Dadurch waren die Gruppen klein genug, um selbst tätig werden zu können. Mehrere Kleintransporter lieferten an diesem Vormittag Lebensmittel aus den umliegenden Märkten an, die noch an hilfsbedürftige Bürger mit Berechtigungsschein ausgeteilt werden können. Die Schülerinnen und Schüler halfen, mit farbigen Schürzen und Einweghandschuhen ausgestattet, eifrig beim Tragen und Sortieren der Lebensmittel.

Darüber hinaus gab es auch Gelegenheit, die Räumlichkeiten kennenzulernen - in der Bahnhofsmission die Kleiderkammer und den Ruheraum sowie in der Tafel den Verkaufsraum und die Kühlkammer. Bei Tee und Gebäck erlebten die Kinder die Gastfreundlichkeit am eigenen Leib und konnten Silvia Hemel, die Leiterin von Tafel und Bahnhofsmission, und weitere Ehrenamtliche über die beiden Hilfsorganisationen befragen. Sie erfuhren, dass es den Mitarbeitern Freude macht, bedürftigen Menschen helfen zu können. Auch erklärte Silvia Hemel, dass die Tafel noch gut genießbare Lebensmittel, die aber meist bald das Mindesthaltbarkeitsdatum erreichen, vor dem Wegwerfen bewahrt und diese stattdessen bedürftigen Menschen zukommen lässt.

Einige Schülerinnen und Schüler können sich vorstellen, in den Ferien selbst ein paar Tage bei der Tafel mitzuhelfen. Außerdem wollen sie zukünftig ihre aussortierten Spielsachen und Kleidungsstücke nicht wegzuwerfen, sondern zur Bahnhofsmission bringen. (Si/Fin)

17. Akademieabend

Unsere Schule veranstaltet am Donnerstag, den 12.03.2020, zum siebzehnten Mal den Akademieabend, welcher auch in diesem Jahr mit einer Kunstausstellung kombiniert ist. Der Abend steht unter dem übergreifenden Thema:

„Umwelt“

Ab 18:30 Uhr können Sie die Kunstausstellung besuchen, die Vorträge beginnen um 19:00 Uhr. Die Veranstaltung findet im Foyer Neubau der Werratalschule statt. Der Akademieabend ist ein wichtiger Baustein in unserem Schulprogramm, der den Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe die Möglichkeit und ein Forum bietet, wissenschaftliche Erkenntnisse unter fächerverbindenden Aspekten zu bearbeiten und zu präsentieren. In der Pause bieten wir Ihnen Snacks und Getränke an. Wir freuen uns, alle Interessierten an diesem Abend bei uns begrüßen zu dürfen.

hoş geldiniz – Herzlich willkommen in der Bad Hersfelder Moschee!

- Werratalschüler zu Gast in der Moschee des Islamischen Vereins -

Die beiden siebten Gymnasialklassen der Werratalschule in Heringen durften besondere Stunden in der Bad Hersfelder Moschee erleben. Mit ihren Religionslehrern an der Moschee angekommen, waren viele überrascht, dass diese von außen wie ein ganz normales Wohnhaus aussieht. Ungewohnt war für viele auch, dass sie zu Beginn ihre Schuhe ausziehen mussten.

Herr Altinbas, Vorstandsmitglied des Islamischen Vereins Bad Hersfeld und Umgebung e.V. und der Ansprechpartner vor Ort, begrüßte die Gruppe freundlich und führte sie zunächst durch den Gebetsraum. „Ich hätte mir eine Moschee viel größer vorgestellt“, so die Aussage eines Schülers. Der recht kleine Raum bietet jedoch Platz für 180 Betende und ist mit Teppich ausgelegt, auf dem „Gebetsbereiche“ zu erkennen sind. Herr Altinbas zeigte und erklärte die Ausstattungsgegenstände der Moschee, die den Schülern vorher nur durch Bilder aus dem Religionsunterricht bekannt waren. So lernten sie zum Beispiel etwas über die Gebetsnische (Mihrab), die in Richtung Mekka zeigt, oder die Kanzel (Minbar), von der aus der Imam (=Hodscha) predigt. Ein ebenfalls anwesender Vorbeter las drei Suren (Kapitel) aus dem Koran vor, was für die Zuhörenden eher wie Gesang klang.

Nach der Erkundung des Gebetsraumes erfolgte einer der Höhepunkte des Besuches: Das Mittagsgebet, bei dem die Gäste aus Heringen anwesend sein und die Betenden beobachten durften. Zuvor erklärte Herr Altinbas noch, dass die Konzentration das Wichtigste beim Beten sei und viele Gläubige zur „Unterstützung“ Gebetsketten (Tesbih) mit 99 Perlen nutzen. Jede Perle steht dabei für einen Namen Allahs (Gott). Der Muezzin (Gebetsrufer) rief vom Ort des Minaretts zum Gebet. Die anwesenden Männer nahmen einen Platz im Gebetsraum ein und hörten auf die „Anweisungen“ des Vorbeters. Dieser machte die typischen Gebetshaltungen vor und betete auf Arabisch. Anschließend war Raum für eigene Gebete. „Es war beeindruckend, bei dem Mittagsgebet dabei zu sein“, so eine Schülerin.

Doch damit nicht genug. Der Gruppe wurde anschließend süßes Gebäck und Getränke angeboten, bevor ein weiterer Höhepunkt der Moscheeerkundung folgte.

In einer sehr offenen, persönlichen und für Schüler verständlichen Art und Weise beantworteten Herr Altinbas und der Imam alle Fragen der Gruppe. „Wir konnten ganz viele Fragen stellen, die wir schon immer über Muslime und das Beten in einer Moschee wissen wollten“. Diese reichten von im Unterricht Gelerntem, wie den Fastenvorschriften und der Pilgerfahrt nach Mekka, bis hin zu aktuellen Fragen. „Ich habe heute erlebt, wie friedlich diese Religion doch ist“, so eine Schülerin.

Die Fragen der Schüler fanden kein Ende, sodass man es zum Schluss bedauerte, dass die Zeit in der Moschee so schnell vergangen war. Das Fazit eines Schülers lautete: „Wir sollten Respekt vor Muslimen haben, denn wir haben sie als sehr gastfreundlich, ehrlich und diszipliniert erlebt“. Eine andere Schülerin bilanzierte: „Ich glaube, wir sind mit gemischten Gefühlen zur Moschee gekommen und gehen mit guten wieder raus. Ich bin froh, dass ich dabei sein durfte, denn so etwas erlebt man nicht jeden Tag“. (Si/Sm)

Shakespeare hätte seine Freude daran gehabt!

- Werratalschüler unterhalten mit „Romeo und Julia“ -

 Beste Unterhaltung boten die beiden Parallelklassen des neunten gymnasialen Jahrgangs mit ihrer Aufführung von „Romeo und Julia“ zum Valentinstag in der voll besetzten Aula der Werratalschule. Als die insgesamt 41 Jugendlichen bei ihrer Deutschlehrerin Lisa Kröhl im Herbst diese Tragödie kennen lernten, kam von ihnen selbst die spontane Idee - angeregt von dem Kultfilm „Fack yu Göthe“ - sich an eine eigene Theaterproduktion heranzuwagen. Es folgten Monate harter Arbeit unter der Regie von Lisa Kröhl. Ganz beachtlich dabei: Bis Weihnachten wurde mehrfach pro Woche ausschließlich an den freien Nachmittagen geprobt, schließlich musste der Deutschunterricht nach Plan weiterlaufen. Erst in den letzten Schulwochen wurden auch einige Deutschstunden zu den Proben hinzugenommen. Und es handelte sich nicht etwa um eine reguläre Arbeitsgemeinschaft, sondern um das zusätzliche, freiwillige Engagement zweier kompletter Parallelklassen. Jeder war eingebunden, sei es als Schauspieler, Musiker, Techniker, Souffleuse, in der Maske oder beim Catering.

Man bediente sich einer Schultheaterfassung, die sich in vielen Punkten an William Shakespeares Drama orientierte. Lange Monologe wurden Darstellern wie Zuschauern jedoch erspart, Shakespeares Sprache in deutscher Übersetzung und modernere, vereinfachte Sprache hielten sich die Waage. So durfte natürlich das berühmte Zitat: „Es war die Nachtigall und nicht die Lerche“ nicht fehlen. Aber auch die durchaus recht derbe heutige Umgangssprache, die beim Publikum für viel Heiterkeit sorgte, entsprach durchaus dem Geist Shakespeare, der genau das bei seinem Publikum erreichen wollte: gute Unterhaltung für alle!

Inhaltliche Veränderungen ergaben sich durch die eingefügten Allegorien des Todes und der Liebe, die gewissermaßen durch das Stück führten, immer wieder die Handlung kommentieren und in ständiger Konkurrenz zueinander standen. Dabei hatte Selina Zacharias in der Rolle des Todes ihre Paraderolle gefunden und setzte mit ihren energischen, ausdrucksstarken Auftritten besondere Akzente. Dies hielt sie schlüssig durch bis hin zur Pausenankündigung, bei der die Liebe auf das übrigens sehr reichhaltige (Kuchen-) Büffet hinwies, der Tod jedoch warnt, dass der hohe Zuckeranteil zum Tode führen könne.

Insgesamt waren den Jugendlichen die Botschaften der Liebe und des Friedens besonders wichtig, so dass sie auch die Versöhnung der verfeindeten Familien Capulet und Montague über den Leichen von Romeo und Julia besonders in Szene setzten. Aber der „Kitschanteil“ bekam nie die Oberhand, parodierte der Tod etwa geschickt eine aufkommende Romantik mit trocken-derbem Humor: „Schluss mit dem Schmarrn!“ Und slapstickartige Übertreibungen in Wort und Geste sorgten immer wieder für kurzweilige Unterhaltung, an der auch Shakespeare seine wahre Freude gehabt hätte.

So war die Stimmung im Saal von Anfang an lebhaft, das Publikum klatschte gleich eingangs bei der fetzigen Musik auf dem Ball bei Julias Familie Capulet eifrig mit und erfreute sich am ersten Kuss der beiden Jugendlichen aus den verfeindeten Familien Veronas.

Der ganze Abend stand - mit einem gewissen Augenzwinkern - im Zeichen des Valentinstages, was sich in der atmosphärisch ansprechenden Ausschmückung der Aula, dem liebe(!)vollen Catering bis hin zum papierenen Herzchenregen am Schluss widerspiegelte.

Stehende Ovationen am Schluss führten zu einer heiteren Zugabe, nämlich einem Tanz des gesamten, nach brillanter Leistung erleichterten, Ensembles auf der Bühne. Das Publikum ging begeistert mit.

In den Dankesworten an ihre Lehrerin Lisa Kröhl hob Aileen Schäfer, die stellvertretend für die ganze Truppe sprach, besonders deren Engagement hervor: „Es ist Ihnen gelungen, aus einer zügellosen Horde Neuntklässler eine Gemeinschaft zu machen!“ (Fin)