Werratalschule Heringen

Abitur 2020 an der Werratalschule Heringen erfolgreich abgeschlossen

„Das Abitur 2020 wird als ein ganz besonderes in Erinnerung bleiben“, sind sich Schulleiter Michael Arendt und Studienleiter Jörg Morge einig. Arendt betont, dass im Grunde der Ablauf der schriftlichen und mündlichen Prüfungen an der Werratalschule in der ansonsten derzeit eher „skurrilen Schule“ sogar „ein Stück Normalität“ darstellte, wenn auch sicher nicht für die Absolventen, für die ein Abitur ja grundsätzlich etwas Einmaliges ist. Morge erläutert, dass natürlich das Schriftliche unter Wahrung strenger Hygieneauflagen durchgeführt wurde und beim Mündlichen weder externe noch innerschulische Gäste erlaubt waren. Eine große Rolle spielten E-Mail- und Telefonkontakte zu den Prüflingen. Mit dem Ablauf des „Pflichtteils der Prüfungen“ ist die Schulleitung sehr zufrieden, nur „fehlten leider die schönen Begleiterscheinungen“, so Morge. Dazu gehört zum Beispiel das sogenannte Abi-Café, das normalerweise von dem nächstjüngeren Jahrgang in den Tagen des mündlichen Abiturs durchgeführt wird, das immer Gelegenheit für Gespräche bietet, in dem den Kandidat*innen Mut gemacht wird und in dem man sich mit ihnen über das Erreichte freut.

Was den Abiturient*innen natürlich am meisten in diesem besonderen Jahr fehlen wird, sind eine große Entlassungsfeier mit vielen Gästen und ein fröhlicher Abiturball und somit insgesamt ein würdiger Abschied von einem langen und prägenden Lebensabschnitt, von Mitschüler*innen, Lehrkräften und anderen entscheidenden Wegbegleiter*innen. Die Zeugnisübergabe wird wenn auch in einer stark reduzierten Form, nämlich tutorengruppenweise, ohne Gäste und unter Wahrung der Hygieneregeln, aber doch feierlich gestaltet. Was den Abi-Ball anbetrifft, liebäugeln viele Abiturient*innen damit, ihn zu einem (wesentlich) späteren Termin nachzuholen.

Nun sollen aber wenigstens in diesem Artikel - völlig ohne gesundheitliche Risiken - die Leistungen dieses Abiturjahrgangs gewürdigt werden. Die Fotos entstanden übrigens bei der Tutorenfahrt nach Wien im Herbst 2019. In dem Foto vor dem Schloss Bellevue befinden sich die Tutoren (von links) Markus Linß und Christoph Peters (beide mit Sonnenbrille) sowie die Tutorin Julia Schaub (mit hochgesteckter Sonnenbrille) in der Mitte hinten. In dem Bild, welches in der Wiener Hofburg aufgenommen ist, tragen die Abiturient*innen bereits ihre Abi-T-Shirts, und ihre Tutoren bzw. Tutorin stehen am rechten Bildrand.

Alle 49 Kandidat*innen haben die Hochschulreife erworben, 46 davon die allgemeine und drei die Fachhochschulreife. Zwei junge Leute, nämlich Maximilian Branz und Julius Rühlmann, haben sogar mit der Traumnote von 1,0 ihren Abschluss gemeistert, wobei Julius mit 842 Punkten das allerbeste Resultat hingelegt hat.

Für herausragende Leistungen in Mathematik wird ferner Johannes Reichenbach von der Deutschen Mathematiker-Vereinigung gewürdigt. Die Gesellschaft Deutscher Chemiker ehrt ebenfalls Johannes Reichenbach und außerdem Maximilian Branz als jahrgangsbeste Abiturienten im Fach Chemie. Und damit nicht genug, Maximilian Branz wird auch von der Deutschen Physikalische Gesellschaft für seine sehr guten Leistungen im Fach Physik ausgezeichnet. Für das beste Abitur in Geschichte würdigt die Sparkasse Julius Rühlmann, für sehr gute Leistungen im Fach Religion werden Laura Fiedler, Moritz Funk, Maximilian Branz und Jonas Ermisch Ehrungen von der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck zuteil. Und schließlich wird Jasmin Strube von Staatsminister Michael Roth für ihr soziales Engagement mit einem Preis bedacht.

Bei der Entlassungsfeier hätten eigentlich auch die CTA-Absolvent*innen Franca Luise Dietzel, Luisa Giebel, Lucas Hugo und Jan-Niklas Vogel ihre CTA-Zertifikate und Abschlusszeugnisse feierlich überreicht bekommen. Sie erwarben bereits letztes Jahr an der WTS ihre allgemeine Hochschulreife und schlossen nun ihr zweites Ausbildungsjahr als chemisch-technische Assistent*innen erfolgreich ab.

Nun sollen noch einige der Hauptpersonen selbst zu Wort kommen. Hijab Sardar und Pia Weber blicken auf den letzten „normalen“ Schultag vor Shutdown und schriftlichen Prüfungen zurück. Hijab erinnert sich an eine besonders düstere Filmsequenz aus Georg Büchners „Woyzeck“ im Deutschunterricht und Pia stellt fest, dass dieser Freitag, der 13. März das offene Ende ihrer 12-jährigen Schulzeit darstellte. Auch Ronja Kiefer bedauert, dass es keinen Abiturball geben wird und „nun alle viel zu früh getrennte Wege“ gehen, aber sie will „das Beste daraus machen und mit ihren Liebsten feiern“. Für alle drei soll das Düstere bzw. das Fehlende aber natürlich nicht im Vordergrund stehen. Darin sind sie sich mit ihrer Mitstreiterin Jonna Hendrich einig, die einen Trost bereithält: „Auch wenn uns Erinnerungen wie die Mottowoche, die Abistreiche oder der Abiball fehlen, habe ich genug Erlebnisse mit vielen tollen Leuten, an die ich mich gerne erinnern werde.“ Maximilian Branz, der in den zurückliegenden Jahren viele schulische Feiern durch seine Musikbeiträge bereicherte, bedauert auch, dass es aufgrund der aktuellen Situation keine Möglichkeit gibt, gemeinsam den Abschluss so zu feiern, wie es dem Erlebten der Oberstufenzeit gerecht werden würde. Gerne hätte er mit seinen Mitschülern ein letztes Mal als „offizieller Schüler“ der Schule musiziert. Aber auch er findet einen Trost: „Auch wenn die Feierlichkeiten entfallen, weiß ich, dass unter anderem Mitschüler*innen wie Pia, Felix, Liss und Mona seit Monaten an einer Abizeitung arbeiten, um uns wenigstens so eine Erinnerung an unsere gemeinsame Zeit mit auf den Weg zu geben.“ Er verspricht: „Ich werde oft an die WTS zurückdenken“ und da er vor seinem Studium zunächst ein freiwilliges soziales Jahr in der Kirchengemeinde Heringen absolvieren wird, plant er bereits, „immer Mal wieder an die Schule zurückzukehren, sei es für die Musik oder einfach mal für ein kleines Pläuschchen mit alten Bekannten!“

Abschließend bleibt der Schreiberin dieses Artikels, im Namen der gesamten Schulgemeinde der Werratalschule den jungen Leuten für ihren weiteren Lebensweg alles Gute zu wünschen. Mögen sie die Umsetzung ihrer Zukunftspläne ohne allzu große Corona-bedingte Beschränkungen mit Mut und Kraft in Angriff nehmen und erfolgreich ihren Lebensweg gehen. Hoffentlich wird dann der Rückblick auf die ungewöhnlichen Umstände ihres Abiturs allmählich durch viele gute Erinnerungen an ihre Schulzeit überlagert. (Finke)

 Die Abiturient*innen der WTS im Jahr 2020 sind:

Jonas Arber, Lena Becker, Anna Borschel, Maximilian Branz, Lukas Brill, Lena Brodala, , Marie Buch, Lisa Ehling, Jonas Ermisch, Laura Fiedler, Moritz Funk, Niklas Glock, Leon Göttlicher, Felix Grob, Jonna Hendrich, Lilly Herbst, Paul Jacob, Mona Kallenbach, Ronja Kiefer, Lisa-Marie Klein, Jonas Knierim, Jonas Kunze, Elisabeth Leist, Leon Lindenlaub, Jakob Löffler, Julia Lorenz, Lucas Mathy, Hendrik Nabitz, Nico Pfalzgraf, Tobias Pfromm, Johannes Reichenbach, Elischa Ries, Julius Rühlmann, Hijab Sardar, Annalena Sauer, Niklas Sauer, Fabian Schäfer, Fabio Schäfer, Luca Schäfer, Elisa Schrön, Melissa Sieber, Antonia Störl, Tom Strombach, Jasmin Strube, Julia Thrän, Lea Vollmer, Niklas Weber, Pia Weber, Lukas Wehnhardt,

 

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