Fremdsprachen hoch im Kurs an der Werratalschule Heringen

Die Schüler und Schülerinnen des 7. und 8. Jahrgangs der Werratalschule Heringen erlebten "Englischunterricht" der ganz besonderen Art, als ein vierköpfiges Team des Tourneetheaters "White Horse Theatre" ihnen in der Aula der Schule das Stück "Dreaming in Englisch" präsentierte. Das Publikum "begleitete" dabei Lena, ein deutsches Mädchen aus wohlhabender Familie, zu ihrer Sprachenschule in Brighton und konnte mitverfolgen, wie dort ein mittelloser junger Engländer deren Weltblick nachhaltig verändert und ihr das wahre Leben jenseits der Touristen- und TV-Serienrealität vorstellt. Mit sprachlichem Witz und spritzigem Spiel gewannen die Akteure schnell die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Lena erlebt zum Beispiel, dass man im englischen Pub keinen "cyclist" bestellen kann, sondern nach "shandy" fragen muss, wenn man ein Radler trinken möchte. Die Motivation zum Englischlernen erfuhr ganz sicher einen beachtlichen Schub dank der Erfahrung, dass die Jugendlichen problemlos diesem etwa einstündigen anspruchsvollen Theaterstück folgen und anschließend noch ein Gespräch mit der Schauspieltruppe führen konnten.
Gastspiele in englischer Sprache sind an der Werratalschule Heringen für den 7. und 8. Jahrgang inzwischen eine beliebte Tradition geworden.

Aber neben dem Pflichtprogramm in Fremdsprachen, also dem Unterricht von Englisch als sogenannter erster Fremdsprache und Französisch bzw. Latein als zweiter Fremdsprache, hat die Schule die "Kür" immer weiter ausgebaut. Bereits seit 2006 besteht ein reger Austausch mit der Watertown Highschool im US-Bundesstaat Wisconsin. Erst kurz vor den Sommerferien war eine Gruppe amerikanischer Jugendlicher mit ihren Lehrkräften zu Besuch in der Werrastadt, lernte in Gastfamilien und Schule den deutschen Familien- und Schulalltag kennen und erkundete mit den deutschen Partnern die osthessische und thüringische Umgebung. Im letzten Herbst hatte der Gegenbesuch stattgefunden. Bei dem nun immerhin auch schon seit 2013 stattfindenden Austauschprojekt mit dem Merletcollege in Cuijk/Niederlande, das in Kooperation mit dem Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium in Vacha durchgeführt wird, kommt ebenfalls dem Englischen ein hoher Stellenwert zu. Die jungen Leute, die in der Regel nicht die Muttersprache der jeweiligen Partner sprechen, erleben nämlich, wie wertvoll das Englische als sogenannte "lingua franca" für die Verständigung ist. Hierbei handelt es sich um eine weltweite Erfahrung.

Der Tatsache, dass das Englische immer mehr zur internationalen Handelssprache wird und aus dem späteren Berufsleben kaum wegzudenken ist, tragen auch weitere Angebote der Heringer Schule Rechnung. Im Bereich des Wahlpflichtunterrichts im ersten Jahr der Oberstufe wird der Kurs Business-English angeboten und gut angenommen.
Für die Zulassung zu bestimmten Studiengängen fordern manche Hochschulen ein international anerkanntes, außerschulisch erworbenes Fremdsprachenzertifkat. Auch hierfür wird an der Werratalschule vorgesorgt, und zwar mit Kursen ab dem achten Jahrgang, die für die Prüfung zum Erwerb des sogenannten Cambridge English Certificates - auf verschiedenen Niveaustufen - vorbereiten. In Arbeitsgemeinschaften ab dem siebten Schuljahr kann man für die entsprechende, sogenannte DELF-Prüfung im Französischen trainieren.

Ganz neu ins Fremdsprachenangebot der Mittelstufe wurde Spanisch aufgenommen. Seit Schuljahresbeginn lernt eine Gruppe Achtklässler im Rahmen des Wahlunterrichts Spanisch als dritte Fremdsprache. WTS-Lehrerin Carmen del Maria Luis Girones, eine gebürtige Spanierin, wendet dabei viele kreative, schülerorientierte Methoden an und legt vor allem Wert auf mündliche Kommunikation. Die Einrichtung dieses Angebots bietet Möglichkeiten, die bis zum Abitur reichen, denn man kann Spanisch in der Oberstufe als sogenannte zweite Fremdsprache - also anstelle von Französisch oder Latein - in einem Grundkurs fortführen und damit schließlich sogar als Abiturprüfungsfach wählen.
An der Werratalschule wird also nicht nur in Fremdsprachen "geträumt", wie gerade im englischen Theater gesehen, sondern ganz konkret und lebendig auf die globalen Herausforderungen der Zukunft vorbereitet. (Fin)
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