Jugendliche aus drei Nationen besuchen Auschwitz
- Werratalschülerin Emily Sieler zieht Bilanz -

Ich, Emily Sieler, habe von Sonntag, den 14. Januar 2018 bis Freitag, den 19. Januar 2018 mit sieben weiteren Schülern der Werratalschule Heringen, an der trilateralen Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz teilgenommen. Das heißt, dass wir die Möglichkeit hatten, unsere Erfahrungen mit Jugendlichen aus zwei anderen Nationen, nämlich Frankreich und Polen, zu teilen.
Seit fast 20 Jahren findet diese Gedenkstättenfahrt der Jugendarbeit Heringen nun statt und bietet die Chance, eine Zeitreise in ein dunkleres Kapitel der deutschen Geschichte zu unternehmen.
Am ersten Tag gingen wir in das jüdische Zentrum (ein Museum über jüdische Geschichte) und wurden anschließend durch die Stadt O?wi?cim geführt. Dabei lernten wir, dass O?wi?cim nicht gleich Auschwitz ist. Der zweite und dritte Tag drehte sich um das Stammlager Auschwitz, womit man den Satz "Arbeit macht frei" verbindet.
Am vierten und fünften Tag besuchten wir den größten Teil des Konzentrationslagers, nämlich Auschwitz-Birkenau. An den Gedenktafeln dort, die in verschiedenen Sprachen geschrieben sind, legte ich eine Rose im Gedenken an die Verstorbenen nieder. Die anderen Schüler wählten einen anderen Platz zum Gedenken, wie z. B. die ehemalige Baracke des Zeitzeugen Stanislaw Hantz, um den es diese Woche hauptsächlich ging. Man kann sagen, wir waren "auf den Spuren von Staczek", was sehr bewegend für uns alle war. Zahlreiche Geschichten teilten die Betreuer der Fahrt mit uns. Sie gingen unter die Haut, sodass man sich in Staczeks Lage während seiner Zeit im Konzentrationslager Auschwitz versetzen konnte.
Am letzten Abend vor der Abreise zündete jeder eine Kerze an und sagte Worte in den jeweils gewählten Sprachen. Auch wenn wir die Sprache des anderen nicht verstehen konnten, wussten wir alle, was gemeint war. Nachdem wir uns am Abreisetag von allen verabschiedet hatten, fuhren wir wieder zurück nach Heringen.
Diese Fahrt hat uns alle verändert, und zwar im positiven Sinne, denn diese Erfahrung hat uns alle ein Stück reifer werden lassen. Nun haben viele von uns eine andere Sicht auf das Leben und das Geschehen in der Welt. Man sollte das wertschätzen, was man hat, denn auch wenn gewisse Dinge selbstverständlich scheinen, sind sie es nicht. Ein herzliches Dankeschön gilt unseren Betreuern und allen, die diese Fahrt verwirklichen konnten.
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