Weil Zukunft Vergangenheit braucht
- Zwei Oberstufenschüler der Werratalschule berichten über ihren Projekttag in Imshausen -

Gerade in den Zeiten von Populismus in ganz Europa und der Welt rückt die wahrscheinlich dunkelste Zeit Deutschlands wieder mehr und mehr in den Vordergrund. Wir reden über Jahre der Diktatur, des Nationalsozialismus und der Ermordung von Millionen von unschuldigen Menschen.
Obwohl es zunächst so erscheint, als sei die Bevölkerung ausnahmslos der Ideologie der Nationalsozialisten mit Adolf Hitler an der Spitze gefolgt, gab es dennoch einige Menschen, die ihr Leben und die Sicherheit ihrer Familien aufs Spiel setzten, um den Anhängern des Regimes Widerstand zu leisten.
Dabei handelt es sich nicht nur um einzelne Personen, die diese Tapferkeit aufbrachten und für ihre Freiheit kämpften, sondern um eine ganze Reihe von Gruppierungen, die sich auf unterschiedlichste Weise dem Nationalsozialismus entgegenstellten.
Genau diese Thematik haben die angehenden Abiturienten der Werratalschule unter der Leitung der Geschichtslehrkräfte Katja Riedel, Steffi Wolf und Stephan Danz aufgegriffen und an einem historischen Ort - Imshausen, der Heimat des Widerstandskämpfers Adam von Trott - aufgearbeitet.
Zu Beginn des Projekttages, der dankenswerterweise von der Bürgerstiftung Hersfeld-Rotenburg finanziell unterstützt wurde, verfolgten die Teilnehmer mittels eines Dokumentarfilmes die Spuren des Widerstandskämpfers Adam von Trott. Daraufhin führte sie Ute Janßen, eine Historikerin der Adam von Trott-Stiftung, durch das alte Herrenhaus, welches lange Zeit Sitz der Familie von Trott war. Anhand des Hintergrundwissens widmete man sich der Projektaufgabe des Tages - der Vorbereitung von Präsentationen zu den zahlreichen Widerstandskämpfern. Dazu zählen unter anderem Graf von Stauffenberg, Ludwig Beck und Lilo Herrmann. Es wurde deutlich, welche Risiken sie eingingen, um dem grausamen NS-Regime entgegenzutreten. Die Demokratie, die inzwischen zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist, bedarf heute mehr denn je unseres Schutzes.
Die Projektgruppe begab sich auch auf eine Wanderung zum Gedenkkreuz, an dem sie in einer Schweigeminute derjenigen gedachte, die für den Traum von der heutigen Demokratie ihr Leben ließen.
Dieser Tag ermöglichte den jungen Leuten eine andere Sicht auf die aktuelle weltpolitische Lage, vor allem hinsichtlich des "Rechtsrucks" sowohl in unserer Bundesrepublik als auch in vielen anderen Staaten. Das Resümee dieses interessanten und lehrreichen Tages: Man sollte immer durch kritisches Hinterfragen seine individuelle Freiheit und die seiner Mitmenschen schützen, damit sich dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte nicht wiederholen kann!
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