Viele Gemeinsamkeiten entdeckt! - Werratalschule Heringen im Austausch mit niederländischer Schule -

"School without Wi-Fi? - Where do you live?" - Diese und ähnliche Kommentare hörte man im Laufe eines humoristischen Streitgespräches während eines kurzweiligen Abends in der Werratalschule, den knapp 40 Schüler und Schülerinnen gestalteten. Das Besondere dabei: Es handelte sich je zur Hälfte um junge Leute vom Merletcollege in Cuijk/Niederlande und ihre Partner aus der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe in Heringen.
Von Sonntag bis Mittwoch hatten die Werratalschüler und ihre Englischlehrkräfte Andrea Völker und Jörg Morge zusammen mit weiteren Schülern und Lehrern vom Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium in Vacha ihre Partner in Cuijk in den Niederlanden besucht. Sie lebten dort in Gastfamilien und arbeiteten am Merletcollege in bi-nationalen Gruppen an ihren Projektthemen, die sich vor allem dem Vergleich der Kulturen der beiden Länder widmeten.
Natürlich gehörte auch eine Besichtigung der in der Nähe gelegenen ältesten niederländischen Stadt, Nijmegen, dazu. Besonders förderlich für Teambildung und Verständigung waren ein Sporttag und ein Abend mit "Dutch Games" von "Stoeledans" (Reise nach Jerusalem) bis "Zaklopen" (Sackhüpfen).
Am Mittwoch reisten dann alle niederländischen und deutschen Jugendlichen zusammen mit ihren begleitenden Lehrkräften nach Deutschland, um sich hier schließlich auf die zwei verschiedenen Aktionsorte Vacha und Heringen aufzuteilen. Neben der Weiterarbeit an den Projekten kam auch hier das Kennenlernen des Alltags in den Gastfamilien und in der Schule nicht zu kurz. Eine Fahrt zum Bachhaus und zur Wartburg in Eisenach komplettierte das touristische Programm, und natürlich hatten auch informelle Partys ihren berechtigten Stellenwert.
Als Verständigungssprache diente Englisch, und zwar sowohl im Alltag als auch bei der Arbeit an den Projekten. Da war es nur folgerichtig, dass auch beim Abschlussabend alle Präsentationen auf Englisch vorgetragen wurden.
Trotz einiger Unterschiede zwischen den beiden Schulen - zum Beispiel zum Thema "Handy-Gebrauch" und zum Schulweg per Bus (Heringen) bzw. Fahrrad (Cuijk) -stellten die jungen Leute doch auch viele Gemeinsamkeiten fest. Ähnlich verhielt es sich bei den Präsentationen zu Traditionen und Feiertagen, zur Jugendkultur oder zum Show Business. So erfuhr das Publikum in einem amüsanten Sketch, dass es in den Niederlanden sogar eine Serie "Boer zoekt vrouw" (Bauer sucht Frau) gibt.
In einer Talkshow zum aktuellen Thema "Luther" wurde deutlich, dass die Reformation in den Niederlanden mit Calvin eine etwas andere Richtung nahm. Aber schon beim Thema "Sprichwörter" stellte man wieder fest, dass deutsche und niederländische "proverbs" im Allgemeinen eine größere Ähnlichkeit aufweisen als zu ihren englischen Entsprechungen.
So schlussfolgerte ein Schüler folgerichtig "We have more in common than we thought - wir haben mehr gemeinsam, als wir ursprünglich dachten". Und passend vor dem Hintergrund unserer so unfriedlichen Zeiten ergänzten andere, man solle überhaupt immer erst einmal nach Gemeinsamkeiten statt nach Trennendem schauen.
Die Werratalschule nahm bereits zum fünften Mal an diesem bi-nationalen Projekt teil und hat es fest im Lehrplan des Englischunterrichts in der Einführungsphase der Oberstufe verankert, war doch auch dieses Mal wieder deutlich geworden: "Oefenen maakt de kampioen. - Übung macht den Meister." (Fin)
zurück