Widerstand aus unterschiedlichen Blickwinkeln
- Akademieabend an der Werratalschule Heringen -

Ganz in der Regie von Schülerinnen und Schülern der sogenannten Q2, also des vorletzten Oberstufenjahrgangs, fand der nunmehr vierzehnte Akademieabend an der Werratalschule Heringen statt.
In ihren anschaulichen Vorträgen gingen die jungen Leute dem Rahmenthema "Widerstand" aus unterschiedlichen fachlichen Blickwinkeln nach.

Nach der Begrüßung durch Schulleiter Michael Arendt widmeten sich Emily Zaba und Kenneth Peters einer historischen Facette des Themas, nämlich dem Widerstand gegen das Nazi-Regime. Hier wiederum untersuchten sie, wie Partisanengruppen sich organisierten und bilanzierten, dass sie trotz massiver Gegenmaßnahmen Hitlers durchaus erfolgreich waren und zur Niederlage der Wehrmacht nicht unerheblich beitrugen.
Jonas Schmidt und Lucian Wiegand begannen ihre Präsentation mit einem Foto einer Offshore-Windkraftanlage am Meer im hohen Norden und gingen der Frage nach, wie der dort produzierte Strom am ökonomischsten zum Verbraucher in den Süden transportiert werden kann. Hier kam also das Thema Widerstand im Bereich der Physik ins Spiel, denn dieser muss beim Transport auf ein Minimum reduziert werden. Wie das geschehen kann, erläuterten die beiden jungen Physiker.

Mit ihrem in flüssigem Englisch souverän gehaltenen Vortrag beeindruckten Nastassja Amling und Lisa-Marie Fleischauer das Publikum. Sie berichteten über die "Civil Rights Movement" in den sechziger Jahren in den USA, als für die Bürgerrechte der African Americans - weitgehend mittels gewaltfreiem Widerstand - gekämpft wurde. Die Vortragenden zeigten Erfolge auf, verschwiegen aber auch nicht die noch präsenten Probleme und die Zukunftssorgen angesichts des derzeitigen Präsidenten Trump.

Mit einem Nachrichtenclip über den jüngsten Giftgasangriff in Syrien näherten sich Sophie Hohmann, Sina Kunz und Tobias Bachmann ihrem Thema. Sie stellten Clara Immerwahr vor, die sich als Ehefrau des Chemikers Fritz Haber gegen dessen Forschung auflehnte. Fritz Haber hatte 1918 den Nobelpreis in Chemie bekommen, obwohl er maßgeblich die 90 000 Toten und über eine Millionen Verletzten durch Giftgasangriffe im Ersten Weltkrieg mit zu verantworten hatte.

Im Bereich der Biologie bewegten sich Sarah Lischke und Levin Möller, indem sie aufzeigten, wie Bakterien im menschlichen Körper gegen eingenommene Antibiotika Widerstand leisten, was zum Teil auch auf zu intensiven Einsatz von Antibiotika im Bereich der Tierzucht zurückzuführen ist.

Kunstvoll als Punks ausstaffiert und mit typischen Hörproben klärten Hellena Leist, Annabelle Oeste und Nikola Bursać über die Bewegung der Punks auf - über ihr Entstehen im englischsprachigen Raum, ihre zunächst recht unterschiedliche Entwicklung in West- und Ostdeutschland und natürlich auch darüber, wogegen sich ihr Widerstand richtet, von Umweltverschmutzung über Nazis bis hin zu Kapitalismus.

Nicht nur die Vorträge stammten aus dem Jahrgang Q2. Kim Weber und Lukas Hollstein übernahmen gekonnt die Moderation, und engagierte Mitschüler und Mitschülerinnen waren für eine zuvorkommende Bewirtung der Gäste in der Pause zuständig, während Lara Kaiser und Daniel Brandes für eine einfühlsame musikalische Umrahmung (Gitarre, Gesang und Keyboard) sorgten. (Fin)
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