Eine alte, aber lebhafte Tradition - Fünfundzwanzigste Weihnachtsfeier der Werratalschule Heringen -

Zum fünfundzwanzigsten Mal versammelte sich am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien die gesamte Schulgemeinde der Werratalschule Heringen in der evangelischen Kirche zu einer gemeinsamen morgendlichen Feier. Diese beeindruckende Zahl hob Schulleiter Michael Arendt in seinen Eröffnungsworten hervor, machte sich dann aber Gedanken darüber, wie das Jahr 2016 zu charakterisieren sei. Er nahm Bezug auf den zu Wochenbeginn verübten Terrorakt in Berlin und nannte ihn symptomatisch für die unfriedliche Lage unserer Welt, die leider wenig Anlass für Hoffnung biete. Auch gebe ihm der zunehmende Populismus überall, nicht zuletzt in unserem eigenen Land, zu denken. Arendt spannte den Bogen zu unserer Region, erwähnte die Sorgen der Menschen um ihren Arbeitsplatz im Zusammenhang mit den Problemen von K+S und schloss seine Gedanken mit einem Blick auf die Werratalschule. Hier könne man hoch erfreut sein über die guten Abschlüsse der Abgänger und Abgängerinnen aller Schulzweige, über gelungene Veranstaltungen vom Kulturabend über den Tag der offenen Tür bis zur heutigen Schulweihnachtsfeier. Mit einem Dank an alle Organisatoren und Mitwirkenden und dem Wunsch für Frieden hier und in der Welt übergab er an die Moderatoren der SV, Alina Noack und Tobias Bachmann, die durch das Programm führten.
Im musischen Bereich erstreckte sich dieses Jahr die Palette von feierlich vorgetragenen weihnachtlichen Instrumentalstücken des Schulorchesters - teilweise im Verein mit der Bläserklasse 6 - bis hin zum fetzigen Sound einer Schülerband. Musiklehrerin Andrea Baaske begleitete am Flügel Liedbeiträge der Klassen 8R und 9G2, und der neue Musikpädagoge Sergey Kustov beeindruckte mit dem Andante einer Sonate Haydns ebenfalls am Flügel.
Alle vier fünften Klassen stellten sich der Schulgemeinde mit souverän vorgetragenen Wortbeiträgen vor. Die 5F1 setzte sich mit einem ABC, die 5F2 mit selbst verfassten Elfchen und die 5G1 mit einem von Paula Waap geschriebenen Gedicht mit dem Weihnachtsfest auseinander. Die 5G1 erheiterte ferner mit dem Vortrag eines Gedichtes von James Krüss, und die 5G2 regte mit zwei Texten dazu an, über Vertrauen, Hilfsbereitschaft und Vergebung nachzudenken. In einem durchweg auf Englisch vorgetragenen Beitrag stellte die 6G1 Weihnachtstraditionen in Australien vor, um schließlich festzustellen, dass "love, faith and happiness" das Weihnachtsfest in jeder Kultur auszeichnen (sollten). Die Geschichten aus den Klassen 6F2 und 10R zeigten, was in der Weihnachtszeit so alles schief laufen kann, und brachten die Mitschüler zum Schmunzeln. Der selbst geschriebene Sketch der Klasse 7G2 machte hingegen betroffen, thematisierte er doch die sozialen Unterschiede in unserer Gesellschaft und forderte auf zu helfen, damit es allen Kindern gut gehen kann.
In seinen nachdenklichen Abschlussworten widmete sich Pfarrer Torsten Waap der wahren Botschaft des Weihnachtsfestes und forderte die Jugendlichen auf, nicht immer nur Wünsche an das Verhalten anderer zu formulieren, sondern zu überlegen: "Wo kann ich mich eigentlich ändern? Wie kann ich mich menschlich verhalten?" Mit einer stillen Gedenkminute und dem Vaterunser gedachten die Versammelten u.a. der Opfer der Berliner Anschläge, bevor die Feier schließlich traditionell mit dem gemeinsam gesungenen "O du fröhliche" ausklang. (Fin)
zurück