Werratalschule ist Partnerschule der Deutschen Stammzellspenderdatei

Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs (= Leukämie). Dies kann jeden treffen. Jährlich sind es in Deutschland rund 14.000 Neuerkrankte und davon sind etwa die Hälfte Kinder. Da nur 30% der Patienten einen verwandten Spender finden, ist die Mehrzahl auf Fremdspender angewiesen. Die einzige Hoffnung für viele bleibt eine Stammzellspende.

Wie man Betroffenen eine Chance auf Leben schenken kann, erfuhr der Jahrgang Q2 aus der gymnasialen Oberstufe der Werratalschule Heringen in einem Workshop mit Christina Fischer von der Deutschen Stammzellspenderdatei (DSD). Im Rahmen des Religions-, Ethik- und Biologieunterrichts möchte die Werratalschule auch zukünftig über dieses Thema informieren und über die lebensrettenden Chancen und etwaige Risiken aufklären. "Es erscheint uns wichtig, dass sich jeder angehende Erwachsene mit diesem Thema intensiv vertraut macht und eine eigene verantwortliche Entscheidung trifft", lautet die Begründung der initiierenden Lehrkraft Martin Sieber. Es sei eine Möglichkeit "praktizierter Nächstenliebe".
Auf keinen Fall sollen spontane Massentypisierungen durchgeführt werden, da sind sich beide Veranstaltungspartner einig. Denn das Ziel aus pädagogischer Sicht ist das Trainieren reflektierter Urteilsfindung, und das braucht Zeit und umfassende Sachkenntnis. Und auch die Stammzellspenderdateien und die Transplanteure in den Kliniken suchen nur ernsthafte und zuverlässige Spender.

Aus diesen Gründen wurde die Werratalschule nach Zustimmung aller schulischen Gremien nun eine offizielle Partnerschule der DSD. Vorteil dieser Partnerschaft ist eine engere und regelmäßige Zusammenarbeit, die auch in Projektwochen und an Schulfesten über den Unterricht hinausgeht. So übergab Christina Fischer von der DSD im Anschluss an den Workshop die offizielle Partnerschaftsurkunde an die stellvertretende Schulleiterin Margret Schulz-Bödicker.

Die Deutsche Stammzellspenderdatei (DSD) ist die achtgrößte von 26 bundesweit aktiven Dateien. Ihre Hauptaufgabe ist die persönliche Betreuung der Spender von der ersten Typisierung bis zur Spende von Knochenmark oder Stammzellen. Sie führt und pflegt die Spenderdatei von derzeit etwa 115.000 potentiellen Spendern und versorgt somit das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland gGmbH (ZKRD), welches bereits über 5 Millionen spendenbereite Bürger umfasst (weltweit 25 Millionen).
Jede Person von 18 bis 55 Jahren kann sich dort mit einer Stammzellenprobe registrieren lassen. Typisierungen finden nicht nur an Blutspendeterminen statt. Da eine einfache Speichelprobe ausreicht, können auch Testkits über das Internet bestellt werden. www.deutsche-stammzellspenderdatei.de

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