"Der Chemiker lebt seinen Beruf" - Ehemaligentreffen: CTA-Absolventen berichten über ihren Werdegang -

Sie arbeiten in der Arzneimittelherstellung, im Forschungslabor, in der Salz- oder der Umweltanalytik, in der Untertageabfallbewirtschaftung oder sind mitten im Studium der Chemie, der Verfahrens- oder der Kunststofftechnik. Allen gemeinsam ist die Ausbildung zur Chemisch-technischen Assistenz, die sie parallel zum Besuch der gymnasialen Oberstufe an der Werratalschule in Heringen durch Ausbildung an den Beruflichen Schulen Bad Hersfeld, Außenstelle Heimboldshausen, und in den Laboren von K+S erworben haben. Bei einem Treffen Ehemaliger und jetziger CTAler berichteten jetzt zehn der bisher 32 Absolventen in Heimboldshausen von ihrem Werdegang nach der Ausbildung und konnten den anderen wertvolle Tipps und Informationen geben.

Diejenigen, die nach der Ausbildung ein Studium aufgenommen haben, betonten übereinstimmend, dass sie durch die während der Ausbildung im Labor gemachten Erfahrungen gegenüber den anderen Studenten deutlichen Vorsprung haben. "Unser Vorteil ist", so Juliane Apelt, "dass wir schneller, besser und sauberer arbeiten, weil wir uns mit den Anforderungen schon von Anfang an auskennen." Sie ergänzt sehr überzeugend: "Der Bachelor ist nichts gegen die CTA-Ausbildung." Apelt, CTAlerin der ersten Stunde, studiert Chemie in Halle und schreibt jetzt ihre Master-Arbeit im neuen Forschungslabor von K+S in Unterbreizbach. Auch Markus Lange studiert Chemie. An der Universität in Jena werde besonderes Augenmerk auf die Praktika gelegt; da habe er als CTAler große Vorteile und könne den Anforderungen gelassener begegnen als andere. Das Studium sei sehr anstrengend und fordernd, inhaltlich wie zeitlich, aber das sei in Ordnung, denn während andere ihren Beruf ausübten, "lebt ihn ja der Chemiker". Aus Schottland berichtete Julia Zaenker, die in Edinburgh Verfahrenstechnik studiert, die CTA-Ausbildung helfe in allen Bereichen, im Labor, beim Anfertigen der notwendigen Protokolle, aber auch, weil man die Umsetzung in der Praxis bei einer Firma kennengelernt habe.

Diejenigen, die nach der Ausbildung mit unbefristeten oder befristeten Verträgen im Beruf geblieben sind, haben ausnahmslos große Verantwortung in ihrem jeweiligen Job. Da sind etwa Tim Frömel und Christian Storch, die bei Solupharm in Melsungen für die Herstellung von Arzneimittellösungen verantwortlich sind, oder Annika Bein und Jasmin Helbig, die beide im Forschungslabor von K+S hochspezialisierten Tätigkeiten nachgehen, oder André Horn, der bei K+S untertage für die Abfallbewirtschaftung zuständig ist. Alle vier sind sich einig, dass die CTA-Ausbildung, "viel bringt, vor allem", so Frömel, "für das Handling im Labor, überhaupt für die Praxis, für den Umgang mit Chemikalien". Und für Hendrik Beck, der nach der Ausbildung und dem Trainee-Programm bei B.Braun in Melsungen bei Fresenius ein duales Studium der Kunststofftechnik aufgenommen hat, steht fest: "Ich würde CTA noch einmal machen, weil man dadurch in vielen Dingen dann schon einen besseren Blick und eine andere Denkweise für das hat, was man machen soll." (SBö)
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