Erfolgsmodell: Abitur plus Berufsausbildung
- CTA-Absolventen der Werratalschule berichten über ihren Werdegang -

Die Idee hat sich zum Erfolgsmodell entwickelt: Abitur plus gleichzeitige Ausbildung zur chemisch-technischen Assistenz (CTA). Möglich ist diese Kombination an der Werratalschule Heringen. Dem Motto "Einmal im Jahr innehalten und die Erfolgsgeschichte genießen" folgten jetzt alle, die vor acht Jahren gemeinsam das Modell aus der Taufe gehoben haben. In den Beruflichen Schulen in Heimboldshausen kamen sie kürzlich zu einem Erfahrungsaustausch zusammen: Absolventen und derzeitige CTAler sowie Vertreter der beiden Schulen und der Firma K+S.

Die Absolventen sind begehrt bei den Arbeitgebern der chemischen Industrie. Einige derjenigen, die nach dem Abitur an der Werratalschule und dem Unterricht in den Laboren von K+S und den Beruflichen Schulen Bad Hersfeld die Ausbildung mit einer staatlich anerkannten Prüfung abgeschlossen haben, sind bei K+S geblieben und arbeiten in unterschiedlichen Bereichen des Betriebs. Einige sind bei anderen Arbeitgebern in der Region, etwa bei Wella in Hünfeld oder B.Braun oder SoluPharm in Melsungen beschäftigt, andere haben sich zum Studium entschlossen: Chemie, Biologie, Biochemie sind bevorzugte Fächer, aber auch das Fach Geographie ist dabei. Anschaulich berichteten die Ehemaligen von ihrem Werdegang nach der Ausbildung und warum sie den jeweiligen Weg genommen haben. "Es ist genau das, was ich immer machen wollte", sagte André Horn, der bei K+S geblieben ist. Tim Frömel, der in Melsungen bei SoluPharm tätig ist, ergänzte: "Ich wollte möglichst schnell auf eigenen Füßen stehen. Meine Arbeit ist abwechslungsreich und jeden Tag interessant. Außerdem trage ich ganz schön viel Verantwortung - das möchte ich nicht missen."

Die Studenten räumten mit dem Klischee des süßen Studentenlebens auf. Bis zu 40 Stunden müssten sie in den Hörsälen und Laboren der Universität verbringen, da bleibe für anderes wenig Raum, berichteten Lara Pfaff und Marcus Lange. Je nach Universität würden einzelne Elemente aus der CTA-Ausbildung anerkannt, in jedem Fall aber hätten sie einen riesigen Erfahrungsvorsprung im Praxisbereich gegenüber den anderen Studenten und könnten viele Experimente schneller und entspannter durchführen. Auch eine gut bezahlte Tätigkeit als studentische Hilfskraft hätte sie aufgrund ihrer CTA-Ausbildung erhalten, berichtete Lara Pfaff. Die diesjährigen Absolventen konnten sie allerdings nicht von einem Studium überzeugen: Alle wollen sich bei den entsprechenden Arbeitgebern der Region bewerben, am liebsten aber bei K+S und damit im Werratal bleiben. (Ma)
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