Traditionelles und Aktuelles
- Weihnachtsfeier an der Werratalschule -

Seit mehr als zwanzig Jahren versammelt sich am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien die gesamte Schulgemeinde der Werratalschule Heringen zu einer gemeinsamen morgendlichen Feier. Verschiedene Klassen oder musikalische Gruppen setzen sich mit ihren Liedern, Gedichten oder Sketchen mal locker-heiter, mal ernsthaft-kritisch mit dem eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes oder unserem heutigen Umgang damit auseinander.
Im musischen Bereich erstreckte sich dieses Jahr die Palette von Instrumentalstücken des Schulorchesters und der Bläserklasse des sechsten Jahrgangs über Darbietungen verschiedener Klassen- oder klassenübergreifender Chöre bis hin zum getragenen "Christmas-Halleluja" und dem fetzigen "Run, Rudolph, Run" der Schülerband, welches die Zuhörerschaft kaum auf den Sitzen hielt. Ihr Debut gaben zwei neu eingerichtete Formationen, nämlich die spezielle Singklasse des 5. Jahrgangs mit dem kecken Lied "Bald ist Weihnachten" und die Schulchor-AG mit "Bitte hör nicht auf zu träumen von einer besseren Welt" von Xavier Naidoo. Schließlich sorgte der Lehrerchor mit einem flotten Weihnachtsklassiker wie üblich für Begeisterung beim Publikum.
Die Wortbeiträge reichten von selbst verfassten Weihnachtsversen der jüngsten WTS-Schüler (Klassen 5F1 und 5F2) und dem Vortrag von lustigen Wintergedichten von Christian Morgenstern, Heinz Ehrhardt u.a. durch Kinder der Klasse 5G1 bis zu zwei durchaus kritischen Sketchen. So stellten Schüler der Klasse 5G2 sehr engagiert einen Streit zwischen den vier Adventskerzen dar, welche als erste angesteckt werden soll. Dabei verpassen sie ihre eigentliche Aufgabe, den Heiligen Abend anzukündigen und finden sich schließlich am Weihnachtsbaum wieder. Im Sketch der Klasse 6G1 machen die Heiligen Drei Könige auf dem Weg nach Bethlehem Rast und kommunizieren über Facebook - auch mit Maria und Josef, die zunächst ein Foto vom Esel und dann eines vom neu geborenen Jesuskind hochgeladen haben. Letzteres hat im Nu ganz viele "Likes". Aber schließlich entscheiden sie sich doch, weiterzugehen, denn "wirklich dabei zu sein, ist doch viel besser als nur über Facebook!"
Dass die Schulgemeinde der WTS nicht nur Traditionen liebt und lebt, sondern auch in Zeiten von anstehenden Veränderungen dicht zusammenrückt, zeigte schließlich eindrucksvoll der Auftritt von Schulsprecherin Jane Sippel und weiteren Mitstreitern. Sie thematisierten - wie bereits zwei Tag zuvor beim Festakt zur Fertigstellung des renovierten Neubaus der Schule - die Ankündigung eines neuen Schulleiters. Ihr Wunsch ist es, dass Frau Schulz-Bödicker, die diese Aufgaben bereits seit fast zwei Jahren als stellvertretende Schulleiterin zur Zufriedenheit aller WTS-ler erfüllt, diese Stelle besetzen möge. Vor allem dankten sie ihr, dass sie sich immer für die Schule eingesetzt und für alle Belange der Schülerinnen und Schüler ein offenes Ohr gehabt habe. Jane wies auch noch einmal auf die Aktion der SV hin, im Verein mit der Elternschaft eine Petition an das Kultusministerium zu schreiben.
Gerührt dankte die stellvertretende Schulleiterin Margret Schulz-Bödicker, die schon in ihren Begrüßungsworten die WTS als "die beste Schule, die ich kenne" bezeichnet hatte, der engagierten Schülerschaft, warf aber auch einen Blick in die mögliche Zukunft. Wenn ein neuer Schulleiter komme, so sei es die Pflicht aller, "diesen so aufzunehmen, wie sich das gehört". Und sie fügte hinzu: "Ich denke, wir schaffen das."
In seinen Abschlussworten warb Pfarrer Dr. Thorsten Waap getreu eines Gedichtes von Joachim Ringelnatz dafür, statt materieller Dinge sich auch einmal selbst zu verschenken, indem man den anderen Zeit, Aufmerksamkeit, Vertrauen und Zuwendung schenke. Schließlich klang die Feier - wieder ganz entsprechend einer alten Tradition - mit dem gemeinsam gesungenen "O du fröhliche" aus. (Fin)
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