Werratalschule Heringen - von 1974 bis heute
- Feierstunde, Präsentationen, Zeitkapsel, Schulband und vieles mehr -

An der Werratalschule Heringen pulsierte am vorletzten Schultag vor den Sommerferien das Leben, ein Highlight folgte dem anderen. Am Vormittag, dem letzten Tag der vorausgehenden Projektwoche, fanden in diversen Gruppen noch Generalproben statt, und es wurden die letzten Verschönerungen an Ausstellungen und Info-Ständen vorgenommen.

Um 14:00 Uhr fand man sich dann mit den Gästen in der Aula der Schule ein, um in einem Festakt an die Gründung der Gesamtschule vor 40 Jahren zu erinnern. Damals schlossen sich in Heringen verschiedene Schulen zur ersten kooperativen Gesamtschule des Kreises Hersfeld-Rotenburg zusammen. Diese hieß dann viele Jahre schlicht und einfach Gesamtschule Heringen (GSH), bis sie sich im Jahr 1996 den Namen Werratalschule (WTS) gab. In ihrer Begrüßung wies die stellvertretende Schulleiterin Margret Schulz-Bödicker darauf hin, dass es sich beim Zusammenschluss der Schulen im Jahr 1974 wohl nicht unbedingt um eine "Liebesheirat" gehandelt habe. Das zu beurteilen stehe ihr nicht zu, aber - so führte sie weiter aus - "aus einer Zwangsehe kann etwas ganz Wunderbares entstehen", und das sei im Falle der WTS ganz gewiss eingetreten. Einen ähnlichen Tenor hatten weitere Grußworte, so auch das von Bürgermeister Hans Ries, der betonte, dass die Stadt stolz auf die WTS sei. Außerdem überreichte er ein großzügiges Geburtstagsgeschenk. Einige ehemalige Kollegen stellten in einem lockeren Gespräch mit einem "Neuling" die alte GSH und die neue WTS gegenüber.

Zum musischen Rahmenprogramm der Feier gehörten eine beeindruckende Tanzeinlage - "Electric Boogaloo" - von Manuel Brandes, bewegend vorgetragene Saxophon-Stücke von Nicola Bursa? sowie - passend zum Jubiläum - vier Titel aus vier Jahrzehnten des Schulorchesters unter Leitung von Andrea Baaske und Josef Riedl. Natürlich darf bei einem Schulgeburtstag auch der Lehrerchor nicht fehlen, der mit Musiklehrerin Teresa Wölkner an der Gitarre das Lied "Lean on Me" mit viel Gefühl und Engagement zum Besten gab.

Ein Highlight zum Abschluss des Festakts war der Auftritt von ehemaligen Mitgliedern der Schulband "Salt Mountain Power". Diese Band existierte von 1985 bis 1993 und gewann damals vor schulischem Publikum Anerkennung und Selbstbewusstsein, um dann auch weit über den schulischen Horizont hinaus erfolgreich zu wirken. Vor allem nach der Grenzöffnung trat die Band häufig in Thüringen auf und leistete einen bedeutenden Beitrag zur neuen deutsch-deutschen Verständigung. Mit ansteckendem Enthusiasmus legten sich die sieben Musiker und Musikerinnen, die von Braunschweig, München, Leipzig u.a. angereist waren und das letzte Mal vor 21 Jahren zusammen gespielt hatten, ins Zeug und "rockten" mit ihren Stücken von damals die Aula. Schon bei der einzigen nächtlichen Probe am Vorabend wie auch beim offiziellen Auftritt war der ehemalige Musiklehrer Bernhard Fuchs zugegen. Er hatte damals die Band ins Leben gerufen und betreut. Ebenso wie das Publikum zeigte er sich beeindruckt von diesem Experiment des Revivals nach 21 Jahren. Passend zum Rahmen des Schuljubiläums traten auch einige derzeitige Schüler und Schülerinnen der gegenwärtigen Schulband der WTS zusammen mit den Ehemaligen auf und boten ein beeindruckendes Klangensemble. Erfreulicherweise beschränkten sich deren Darbietungen nicht nur auf das "Extra Bonbon" am Ende der Feierstunde, sondern die generationenübergreifende Truppe heizte noch zweimal im Laufe des anschließenden Tags der offenen Tür den Besuchern in der Aula ordentlich ein und gewann eine Fangemeinde, die sich schon auf neue Auftritte zu künftigen Anlässen freut.

Nach dem Festakt wurde vor dem Neubau eine Zeitkapsel mit Schrift-, Bild- und Tonmaterial gefüllt. Diese Dokumente sollen einmal an den denkwürdigen Tag erinnern, und außerdem enthalten sie formulierte Zukunftsvorstellungen von vielen Mitgliedern der Schulgemeinde. Die Zeitkapsel wurde in einem aufwändig gestalteten Steinbehälter versenkt, den der Steinbildhauer und Vorsitzende der Heringer Werbegemeinschaft Stefan Strube stiftete. Zusammen mit Mitorganisatorin Ulrike Hoffmann, Kunstpädagogin an der WTS, wurde sie in Anwesenheit der umstehenden Besucher feierlich geschlossen und soll erst nach zehn Jahren wieder geöffnet werden.

Anschließend begann ein bunter, lebendiger Nachmittag, an dem die Ergebnisse der vorausgehenden Projektwoche der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Viele Gruppen von Schülern und Schülerinnen hatten sich mit ihren Lehrkräften dem Schuljubiläum gewidmet. Sie erarbeiteten die Geschichte der Schule oder befassten sich mit den letzten 40 Jahren Zeitgeschichte. So gab es Vorführungen zu Musik, Sport und Mode der letzten 40 Jahre und auch Einblicke in die Geschichte der Theater-AG. Es wurden diverse Ausstellungen geboten, u.a. mit historischen, aber auch kreativen, ungewöhnlichen Fotos. Die Schülerzeitung der Schule, die ihr 30-jähriges Jubiläum feiert, lud ebenfalls zu einem Streifzug durch Schul- und Zeitgeschichte ein, und zwar aus Sicht der Schüler und Schülerinnen von damals bis heute. Hier fanden sich viele der Besucher wieder, sei es als ehemalige Redakteure oder Gastartikelschreiber. Weiterhin waren die Namen sämtlicher Schulabgänger der letzten 40 Jahre im Gebäude angebracht. Schließlich nahmen Ehemalige auch die Gelegenheit wahr, sich in das neue goldene Buch der Werratalschule unter dem Datum ihres jeweiligen Abschlusses einzutragen.

Aber nicht nur mit der eigenen Schulzeit und vielen Facetten der Geschichte der Schule wurden die Besucher konfrontiert. Andere Projekte hatten sich mit der künstlerischen Außengestaltung der Schule, mit Töpfern, Tontechnik, Tanz, Gewaltprävention, der Steinzeit, Mineralien, der Kochkunst der Römer und vielem anderen mehr befasst, und die Jugendlichen stellten stolz ihre Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vor. (Fin)



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