"Bleiben Sie neugierig!"
- Akademieabend an der Werratalschule Heringen -

Beim diesjährigen, nunmehr elften Akademieabend an der Werratalschule Heringen wurden Phänomene des Alltags auf zweierlei Weise beleuchtet, nämlich mittels künstlerischer Bearbeitungen sowie anhand von wissenschaftlichen Vorträgen.

Eine Ausstellung von Arbeiten aus dem Kunstunterricht in der gymnasialen Oberstufe bei Kunstlehrerin Ulrike Hoffmann zeigte kreative Auseinandersetzungen mit Papier und anderem Verpackungsmaterial. Die Palette reichte dabei von sogenanntem "persönlichen Papier", das digital bearbeitet wurde, über Taschen aus Getränkepackungen oder gar Apfelmus und eleganten Kleidern aus Papier bis hin zu individuellen filmischen "Papierportraits".
Solche mit aussagekräftiger Musik hinterlegte Kurzfilme dienten auch der Überleitung zwischen den einzelnen Vorträgen, die zudem im Zwiegespräch zwischen Sarah Natt und Bastian Roth aus der Einführungsphase der Oberstufe geschickt anmoderiert wurden.

Oberstufenschülerin Tanja Volkenand widmete sich in ihrem Vortrag dem leidigen Thema des Rauchens. Neben einem historischen Abriss erläuterte sie die biologisch-chemischen Zusammenhänge und stellte überzeugend dar, welche physischen Auswirkungen der Nikotingenuss auf den menschlichen Körper hat, und wieso ein Ausstieg sinnvoll ist, die Rückfallquote jedoch bei erschreckenden 90% liegt.

Wer bisher dachte, dass Mathematik in der Oberstufe eine trockene Angelegenheit sei, wurde von Judith Schwarz und Janina Bing eines Besseren belehrt. In anschaulicher Weise demonstrierten die beiden die Berechnung des Volumens verschiedener "krummer Körper" mittels der sogenannten Rotationsformel. Dabei hantierten sie mit schwindelerregenden Zahlenkombinationen, so dass sich vermutlich nicht all zu viele Zuschauer am nächsten Tag daran machten, das Volumen ihrer Gläser und Vasen zu berechnen, sondern sich bei Bedarf wohl eher auf die "Wasserprobe" verlassen werden. Die Vortragenden wiesen auch auf interessante Anwendungsbeispiele in der Industrie und Architektur - von Kirche bis Kühlturm - hin.

Wie man aus alltäglichen landwirtschaftlichen Abfallprodukten der Landwirtschaft - Maissilage, Hühnermist, Gülle - in Biogasanlagen Strom erzeugen kann, zeigten die Abiturientinnen Isabel Führer und Sarah Wittich. Sie stellten in ihrem schlüssig hergeleiteten Fazit heraus, dass - jedenfalls bei absolut dichter Anlage - dieser Form der Energiegewinnung die Zukunft gehört.

Mit schockierenden Bildern zum Thema Hautkrebs führten die Abiturienten Marco Bode und Hendrik Flegel in ihren Vortrag ein, der die Biologie verschiedener Hauttypen, das Entstehen von Hautkrebs und die Wirkungsweise chemischer UV-Filter in Form von Sonnenschutzmitteln zum Thema hatte. Sie gaben dem Publikum abschließend noch eine wichtige Warnung mit, indem sie aufzeigten, dass die Anwendung dieser Mittel unter Umständen das Hautkrebsrisiko sogar noch erhöhen können, wenn man sich in falscher Sicherheit wiege.

Auf den Vortrag von Maya Lieberknecht hatte die stellvertretende Schulleiterin Margret Schulz-Bödicker bereits in ihren Begrüßungsworten erfreut hingewiesen, handelte es sich bei Maya nämlich um eine Schülerin aus der Abgangsklasse des Realschulzweiges. Sie präsentierte vor großem Publikum noch einmal die Ergebnisse, die sie im Rahmen ihrer Realschul-Projektprüfung erfolgreich erarbeitet hatte. Souverän und äußerst engagiert führte Maya das Publikum in das Thema Demenz ein. Sie erläuterte Ursachen sowie Warnzeichen und gab wertvolle Empfehlungen für den Umgang mit Demenzkranken. Ein besonderes Anliegen war es ihr, dass den Patienten nicht die eigene Sicht der Dinge aufgedrängt wird.

Schließlich führten die Oberstufenschülerinnen Laura Schneider und Rebecca Barth das Publikum noch einmal in die Welt der höheren Mathematik, genauer in die von Exponentialfunktionen. Beeindruckend anschaulich leiteten sie den exponentiellen Zerfall von Bierschaum - zunächst schnell, dann langsam - bzw. das exponentielle Wachstum von Algen in einem Pool - zunächst langsam, dann schwindelerregend schnell - her.

Den Abschluss der Vortragsreihe bildeten die Ausführungen des Abiturienten Nico Blaurock zum Thema "Omega-3-Fettsäuren". Lebendig und äußerst kompetent leitete er zu der überraschenden Erkenntnis, dass der Konsum von Präparaten aus der Apotheke, die unseren vermeintlichen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren abdecken sollen, eventuell gar keine so gute Idee ist und dass Fisch vermutlich eher aufgrund der darin enthaltenen Furansäuren so gesund ist. Sein Fazit: Ausgewogene Ernährung mit viel Fisch, aber "Finger weg von Wunderpillen!"

Nach dem kecken Appell "Bleiben Sie neugierig!", mit dem sich die Moderatoren verabschiedeten, bedankte sich Margret Schulz-Bödicker bei allen Mitwirkenden sowie bei den Lehrkräften Ulrike Hoffmann und Christoph Peters, die die Gesamtorganisation dieses interessanten Abends innehatten. (Fin)



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