7G2 zu Gast in der Moschee von Bad Hersfeld

von Hellena Leist (mit Ergänzungen von Tobias, Joel, Klara und Patrice)

Am Montag, dem 13. Mai machten wir vom Religionsunterricht aus eine Fahrt zu der Moschee in Bad Hersfeld mit der ganzen Klasse.

Die Moschee gehört dem Islamischen Verein Bad Hersfeld und Umgebung e.V. und steht in der Dudenstr. 18. Von außen sieht sie gar nicht wie eine Moschee aus, sondern wie ein ganz normales altes Haus.

Als erstes mussten wir unsere Schuhe im Flur ausziehen, weil es in der Moschee ja nicht schmutzig sein darf, wenn die Gläubigen zum Beten unter anderem mit dem Gesicht den Boden berühren.

Der Mann, der uns später alles zeigte und erklärte, machte einen netten Eindruck und stellte uns einige Sachen im Gebetsraum vor:
  • die Gebetsnische (Mihrab), die in Richtung Mekka zeigt,
  • die Kanzel (Minbar), wo der Imam (=Hodscha) predigt,
  • ein Gebetsturm (Minarett), der aber nicht wirklich existierte und nur im Raum als erhöhter und eingezäunter Bereich sichtbar war,
  • den Koran, die heilige Schrift der Moslems,
  • die Kalligrafien und Mosaike als Schmuck an den Wänden,
  • die sogenannten "VIP- Plätze" zum Beten für alte Menschen, die die Gebetsbewegungen nicht mehr machen können
.

Der Gebetsraum war nicht gerade sehr groß, aber in ihm können bis zu 180 Menschen auf einmal beten. Es gab keine Bänke wie bei uns in der Kirche, sondern einen großen, weichen Teppich, der im Muster die Gebetsstellen andeutete.

Der Mann aus dem Vorstand des Islamischen Vereins erklärte uns, dass die Konzentration beim Beten das Wichtigste sei, denn man betet ja in dem Moment zu Allah (Gott). Dazu dienen auch die Gebetsketten (Tesbih), die im Moscheeraum bereit hingen. Sie sind mit 99 Perlen bestückt und werden ähnlich verwendet wie der Rosenkranz der Katholiken.

Der Vorbeter hat uns vor dem eigentlichen Gottesdienst drei Kapitel (Suren) aus dem Koran auf arabisch vorgelesen, das klang eher wie gesungen.

Um 13:26 Uhr zeigte eine digitale Uhr an, dass es Zeit war zum Mittagsgebet, eines der 5 täglichen Gebete. Ein Mann (Muezzin) rief vom Ort des Minaretts zum Gebet. Ein paar Männer hatten sich im Raum versammelt und wir durften ihnen zusehen. Ein Vorbeter betete laut auf arabisch und machte die typischen Bewegungen vor. Die Gemeinde machte es ihm nach. Späterkonnten die Männer auch noch freie Gebete mit eigenen Wünschen in der Stille durchführen.

Anschließend gingen wir eine Etage höher und kamen in einen Raum, in dem man Kindern und Jugendlichen die Religion und die Regeln des Islam beibringt. In dieser Etage ist auch der Gebetsraum für die Frauen, da die Männer und Frauen nicht zusammen beten dürfen, weil sonst die Männer vom Anblick der Frauen abgelenkt würden. Als Gäste haben wir eine türkische Limonade (Uluda?) zu trinken bekommen. Dort konnten wir auch unsere Fragen stellen. Er erklärte uns den Sinn vom Fasten und dass jeder Moslem einmal in seinem Leben nach Mekka pilgern sollte. Er hat auch erzählt, dass die meisten Moslems Selbstmordattentäter für kranke Menschen halten und dass sie nichts mit radikalen Fanatikern zu tun haben wollen. Wir erfuhren auch, dass man für alle schlechten taten bestraft wird, sogar dafür, wenn man absichtlich auf eine Ameise tritt.

Insgesamt fand ich (Hellena) den Besuch in der Moschee ziemlich interessant, habe mir den Gebetsraum aber etwas größer vorgestellt. Die Männer dort waren sehr gastfreundlich. Das ist bei Türken eigentlich immer so, ich kenne ein paar Regeln des Islam ja schon von meinen beiden Freundinnen.
Man sollte Respekt vor den Moslems haben, denn sie halten sich gehorsam an Regeln wie 5mal am Tag beten, einen ganzen Fastenmonat lang tagsüber nichts essen und trinken, tragen eines Kopftuches (Frauen). So strenge Regeln haben wir Christen nicht.



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