Deutsch-französische Begegnungswoche an der Werratalschule Heringen mit interkulturellem Abend als feierlichem Abschluss

Vom 20. bis 25. Februar waren 27 Schülerinnen und Schüler von der Cité Scolaire Julie Daubié aus Rombas, der französischen Partnerstadt Heringens, mit ihren drei Lehrkräften, Stéphanie Marconato, Christian Spaeth und Sophie Weigand, an der Werratalschule zu Besuch. Sie wurden herzlich in den Familien ihrer Austauschpartner aufgenommen, mit denen sie auch an einigen Unterrichtsstunden teilnahmen bzw. auf Ausflügen (Point Alpha, Fulda, Eisenach/Wartburg) die nähere Umgebung erkundeten. Auf Heringer Seite war Französischlehrerin Andrea Völker federführend für das abwechslungsreiche Programm und die Organisation des Austauschs zuständig.
Natürlich wurden die Gäste auch vom Heringer Bürgermeister Hans Ries begrüßt und eingeladen, das neue Hallenbad zu testen.
Den krönenden Abschluss der Woche der Begegnungen bildete ein deutsch-französischer Abend in der Aula der Werratalschule. Diese auch von den Gastgeberfamilien, Mitschülern, Lehrkräften, also der gesamten Schulgemeinde, gut besuchte Veranstaltung war dem 30. Geburtstag der Städtepartnerschaft Rombas - Heringen gewidmet. Eine Schülergruppe unter Leitung von Andrea Völker und ihrer Kollegin Carolin Schmidt hatte den Abend bereits während der vorausgegangenen Projektwoche der Schule vorbereitet, aber auch weitere Französischlehrkräfte, u.a. Astrid und Hans-Werner Bachelier, hatten mit ihren Lerngruppen im Französischunterricht Beiträge einstudiert.
Zu Beginn des Abends, durch den die Schülerinnen Eileen Richter und Cathrin Neumann gekonnt mit deutschen und französischen Ansagen führten, sorgte zunächst die Schulband mit Dominik Hujo, Christian Weitzel, Erik Bettenhausen, Lukas Pilz und Nico Wehner für Stimmung.
Nach einer Ansprache von Bürgermeister Hans Ries informierten Isabel Führer, Sarah Wittich und Anna-Lena Führer über die Geschichte der Partnerschaft, die bis ins Jahr 1955 zurückreicht. Das 30-jährige Jubiläum bezieht sich auf das Datum der offiziellen Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde im Jahr 1981.
Im Anschluss an diese powerpoint-gestützte Vermittlung von Hintergrundwissen erheiterten Schüler und Schülerinnen aus dem Anfangsunterricht (6. Gymnasialklasse) mit ihrem in beeindruckend flüssigem Französisch vorgetragenen Sketch "Le Vampire de Julie" - eine Posse über die Weitergabe von Gerüchten am Telefon.
Die Französischgruppe des 9. Gymnasialjahrgangs brachte den ganzen Saal dazu, in das Lied "Aux Champs-Elysées" einzustimmen. Dankenswerterweise machten sie den Liedtext per Beamer für alle Sangeswilligen zugänglich. Dieselbe Lerngruppe brachte den amüsanten Sketch über Begegnungen im Waschsalon "Voleur à la laverie" - natürlich auf Französisch - auf die Bühne.
Anschließend waren wieder alle Anwesenden zum aktiven Mitwirken aufgefordert, nämlich einmal im Rahmen eines Ratesspiels, bei dem französische und deutsche Sehenswürdigkeiten zu erraten waren, und dann noch einmal gesanglich bei dem Reinhard Mey-Klassiker "Über den Wolken", der zudem von Musik- und Französischlehrerin Theresa Wölkner an der Gitarre wie auch vokal begleitet wurde.
Ein Highlight des Abends waren Sketche zu gängigen Clichés, die Franzosen und Deutsche übereinander haben. Diese waren von der Französischlerngruppe der Eingangsphase der Oberstufe entwickelt und einstudiert worden. Mit allerlei Augenzwinkern nahmen sie dabei unterschiedliche Gewohnheiten und Einstellungen beider Kulturen - sei es beim Frühstück, bei der morgendlichen Toilette bzw. beim Hausputz oder am Arbeitsplatz - aufs Korn. Die Darbietungen dieser Gruppe gipfelten wiederum im sehr unterhaltsamen Bayerisch-Kurs, bei dem unter der souveränen Leitung von Schülerin Isabel Roth zwei Lehrkräfte aus Rombas sowie zwei der Werratalschule "die Schulbank drücken mussten". Fazit: Im Schulfach "Bayerisch" haben auch die Deutschen keinen "Heimvorteil".
Schließlich trat auch die gesamte 30-köpfige Gruppe aus Rombas auf die Bühne, und zwar mit einem schauspielerisch lebendig inszenierten Gesangsvortrag von "Aurélie, so klappt das nie, du erwartest viel zu viel - die Deutschen flirten sehr subtil".
Da gerade die Gäste alle auf der Bühne versammelt waren, begab sich der stellvertretende Leiter der Werratalschule, Gerhard Ferenszkiewicz, zu ihnen, dankte allen Organisatoren des Austauschs wie auch des Abends für ihr Engagement und übergab regionale Präsente an die Lehrkräfte aus Rombas.
Nach einem schwungvollen Tanz, "Alors, on danse", den Schülerinnen aus der Tanz-AG von Silvia Schalk darboten, wurde das reichhaltige deutsch-französische Büffet eröffnet. Die Eltern der Werratalschule hatten sich hierfür ganz besonders ins Zeug gelegt. Bei den gemeinsam genossenen Gaumenfreuden ergaben sich noch viele Gespräche, hatte doch das vielfältige Programm dafür manch interessanten Stoff geboten, der nun noch lebhaft nachbereitet wurde. (Fin)

Und dieser Artikel erschien in der HZ...

Heiterer Kulturvergleich
Deutsch-französisches Freundschaftsfest an der Werratalschule mit Gästen aus Rombas

Heringen. Was ist typisch deutsch, typisch französisch aus der Sicht des jeweiligen Nachbarn? Schülerinnen und Schüler der Heringer Werratalschule und des Lycée Julie Daubié aus der französischen Partnerstadt Rombas nahmen die Klischees im Programm eines gemeinsam gestalteten Freundschaftsfestes am Donnerstagabend mit Humor und Spielfreude aufs Korn.

Typisch deutsch, typisch französisch: Während der deutsche Angestellte (links) sofort in die Tasten haut, packt der französische Arbeitnehmer (mit Baskenmütze) erst einmal genüsslich sein Frühstück aus. Ganz rechts Lehrer Claus Heymann, der die schauspielernden Schüler als Tontechniker unterstützte. Fotos: z

Vor einem gut gelaunten Publikum aus Lehrern, Eltern und Mitschülern in der Aula der Werratalschule wurden französische Frühstücksmuffel und deutsche Putzteufel in Szene gesetzt, und der Chor der französischen Gäste sang auf deutsch das Lied einer frustrierten Französin in Berlin: "Aurélie, so klappt das nie, du erwartest viel zu viel - die Deutschen flirten sehr subtil."

Bayrischer Sprachkurs
Wer als Franzose Deutsch in der Schule gelernt hat, kann noch lange nicht bayrisch sprechen und braucht einen Sonderlehrgang. Den organisierte eine Werratal-Schülerin, die das oberbayrische Idiom vollendet beherrscht.
Lehrerin Stéphanie Marconato aus Rombas und ihr Kollege Christian Spaeth wurden auf die Bühne gebeten, um Zungenbrecher wie "Oachkoatzlschwoaf" (Eichhörnchenschwanz) zum Besten zu geben. Das gelang den beiden Franzosen mindestens so gut wie ihren (hoch-)deutschen Kollegen Andrea Völker und Werner Bachelier.
Das Freundschaftsfest, das eine knappe Woche deutsch-französischer Begegnung in der Schule abschloss, stand diesmal im Zeichen des dreißigjährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Heringen-Rombas.

Fotos von früher
Die jungen Leute zeigten deshalb zum Auftakt alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus längst vergangenen Jahrzehnten, als mit der Freundschaft zwischen den Radfahrvereinen in Rombas und Wölfershausen der Grundstein für die spätere kommunale Verschwisterung gelegt wurde. Der heute hochbetagte Radsport-Pionier Herbert Herrigt gehörte ebenso zu den Gründervätern der Partnerschaft wie die früheren Bürgermeister Georg Schäfer (Heringen) und Marcel Jehl (Rombas), die auf den alten Fotos auftauchten.

Einladung zum Stadtfest
Der aktuelle Bürgermeister Hans Ries nutzte die Gelegenheit, alle Anwesenden zum Stadt- und Museumsfest im Juni einzuladen, wenn der runde Geburtstag der Städtefreundschaft offiziell gefeiert werden soll. Die Stadt Heringen hatte den jungen französischen Gästen während ihres Aufenthalts in Heringen je einen Besuch im Kali-Museum und im neuen Hallenbad spendiert. Stracke hessische Würste und Salzkristalle gab der stellvertretende Leiter der Werratalschule, Gerhard Ferenszkiewicz, seinen französischen Kollegen als Abschiedsgeschenk mit auf den Weg, ehe der offizielle Teil des Festes nach zwei Stunden beendet wurde. Anschließend wurde das Buffet gestürmt, das dank der Spendierfreudigkeit der Elternschaft ausgesprochen reichhaltig ausgefallen war.

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