Mit einem lachenden und einem weinenden Auge…!
- Schulgemeinde der Werratalschule Heringen feiert Premiere von Kishons Lustspiel "Es war die Lerche!" und verabschiedet Regisseurin Marlies Knoth in den Ruhestand -

Einen langen Abend mit Theater-Eindrücken und Emotionen unterschiedlichster Art verbrachten Schüler und Schülerinnen, Lehrkräfte, viele Ehemalige und Fans der Theater-AG der Werratalschule am Freitag im Bürgerhaus der Stadt Heringen.
Zunächst begeisterte das diesjährige Ensemble das voll besetzte Haus mit dem Lustspiel "Es war die Lerche!", mit dem der israelische Autor Ephraim Kishon den Shakespeare-Klassiker "Romeo und Julia" satirisch "auf die Schippe" nimmt. In diesem Stück ist das berühmte Liebespaar eben nicht in der besagten Nacht in der Gruft der Capulets gestorben, sondern hadert nun - 30 Jahre später - mit dem frustrierenden Ehealltag. Dabei geht dem mittellosen Ballettlehrer Romeo (dargestellt von Christian Schiel) und seiner nörgelnden Julia (Madeline Schneider) ihre pubertierende und protestierende Tochter (Theresa Rimbach) zusätzlich auf die Nerven.
Der alte Dichterfürst erscheint gewissermaßen gleich in zweifacher Ausfertigung. Einmal tritt er (gespielt von Kira Leuschner) mitten ins Geschehen, um die Handlung doch noch nach seinen Vorstellungen zu wenden, und einmal sitzt er (Florian Köhler) am Bühnenrand im Lehnstuhl und rezitiert an den entsprechenden Stellen echte Shakespeare-Passagen. Auch die Auftritte der ehemaligen Amme Julias (Denise Strube) und des Paters Lorenzo (Johanna Bauch) aus dem Original sorgten für Lacher im Publikum. Und schließlich hatte die Theater-AG noch einen Hund hinzuerfunden, um auch dem jüngsten Nachwuchsschauspieler (Niclas Schneider) Entfaltungsspielraum zu geben.
Während des begeisterten Schlussapplauses wurden natürlich auch die Techniker (Léon-Pascal Schmidt, Daniel Schütrumpf, Nils Rimbach), die Maskenbildnerinnen (Margit Fischer, Bettina Dehl), die Kostümschneiderin (Ruth Schiel), der Bühnenbildner (Uli Dehl) und vor allem natürlich die Regisseurin Marlies Knoth auf die Bühne geholt.
Und hier mag bei dem ein oder anderen Applaudierenden oder Beteiligten schon einmal eine Wehmutsträne über die Wangen gekullert sein, war es doch die letzte Premiere in der aktiven Dienstzeit von Marlies Knoth als Lehrerin an der Werratalschule Heringen. Sage und schreibe 35 Jahre lang hat sie die Theater-AG geleitet, Generationen von Schülern und Schülerinnen mit dem Theaterfieber infiziert und immer wieder gemeinsam mit ihnen das Publikum begeistert.
Im Rahmen der anschließenden Premierenfeier wurde Marlies Knoth vom stellvertretenden Schulleiter Gerhard Ferenszkiewicz offiziell verabschiedet.
Die Personalratsvorsitzende Gudrun Sachse brachte ihre sinnigen Abschiedsworte in Reimform zu Gehör, und der Lehrerchor nahm mit einer auf Knoth umgedichteten Moritat von ihr Abschied.
Eine kleine Ausstellung von Kostümen und Requisiten und verschiedene Dokumentationen der langjährigen Theaterarbeit regten die Anwesenden zu Gesprächen über gemeinsame, oftmals prägende Theater-Erfahrungen an. Aber es blieb nicht bei Gesprächen, die zahlreich erschienenen Ehemaligen präsentierten ein Stehgreif-Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf, in dem sie viele ihrer eigenen Erfahrungen zum Teil selbstironisch, vor allem aber kurzweilig thematisierten. Für musikalische Akzente bei dieser Premieren- und Abschiedsfeier sorgte ein Ensemble unter Leitung von Teresa Wölkner. Es setzte sich zusammen aus Jana Kirschner (Flöte), Annabell Thiel, Stefanie Böker (beide Violine), Sascha Haag, David Schäfer (beide Gitarre), Christian Weitzel (Bass), Jonathan Wentland (Schlagzeug) und Kristin Alsbach (Klavier). (Fin)
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