"Integriert, ökologisch, wirtschaftlich"? - Müllverbrennungsanlage Heringen

Daten und Fakten der Müllverbrennungsanlage (MVA) in Heringen
(Betreiber: E.ON Energy from Waste)

Das Kraftwerk wurde auf dem Gelände des Kaliwerkes Wintershall gebaut und 2009 in Betrieb genommen, es kostete rund 130 Mio. Euro und besitzt eine Kapazität von rund 273.000 Tonnen pro Jahr, was dem Müll aus der Stadt Kassel entspricht. Ziel ist es, die bei der Abfallverbrennung erzeugte Wärme vor Ort zu nutzen und in Form von Strom sowie Prozesswärme für die Industrieprozesse der Kaliherstellung zu liefern. Durch die Prozesse in der Müllverbrennungsanlage wird aus Abfall Energie erzeugt, welche den fossilen Energieträger Erdgas ersetzt.
Die Müllverbrennungsanlage verspricht uns, dass es keine Schadstoffe ausgestoßen werden. Die Schadstoffe werden entweder zerstört oder dem Stoffkreislauf entzogen, sie werden dank modernster und hoch effizienter Rauchgasreinigungsanlagen aus den Verbrennungsgasen herausgefiltert. Auf Grund des "gläsernen Schornsteins" sind die Messwerte jederzeit von den Behörden abrufbar.

Quelle: Infomaterial E.ON Energy from Waste

Die Müllverbrennungsanlage in Heringen verspricht viel (s.o.), doch was steckt wirklich dahinter?

Um dieser und einigen anderen Fragen auf den Grund zu gehen, besuchten wir (EC) am 17. Juni, im Rahmen des PoWi-Unterrichts die Müllverbrennungsanlage in Heringen. Dort wurden wir mit Kaffee, Kuchen und einer Einstiegspräsentation begrüßt. Die Präsentation handelte von der Technik der MVA und sollte uns einen Einblick in das Innere der Anlage geben, denn natürlich ist nicht alles für Besucher sichtbar. Im Anschluss daran begann der meiner Meinung nach interessanteste Teil. Denn nun bekamen wir eine Führung durch die MVA und konnten uns ein eigenes Bild von der Lage vor Ort machen, die Massen an Informationen der Präsentation auf uns wirken lassen und mit der Realität vergleichen.
Ein beeindruckender Teil der Führung war der Abfallbunker, denn auf Grund des dort herrschenden Unterdrucks roch man den Müll kaum, obwohl das Tor offen war. Jedoch war der "Rest" des Kraftwerks nicht 100%ig überzeugend, dennoch beeindruckend. Nimmt man sich einmal die Tatsache heraus, dass der überschüssige Wasserdampf ausgestoßen wird, müsste dieser absolut rein sein. Doch kann man wirklich absolut alle Schadstoffe herausfiltern? Und warum ist der Wasserdampf nicht komplett weiß, sondern eher grau? Auf der anderen Seite klingt der "gläserne Schornstein" doch sehr überzeugend.
Sieht man sich im Nachhinein den Ablauf des Besuches der Müllverbrennungsanlage an, ist er sehr gut durchdacht. Zum Anfang gab es Kaffee, Kuchen und kalte Getränke, um die Besucher damit zu beeindrucken und dafür zu sorgen, dass sie mit gelassener Stimmung sich dem Rest des Besuches "hingeben". Danach hat sich der Geschäftsleiter kurz vorgestellt und hat die Präsentation laufen lassen.

Beide haben einem extrem oft dargelegt, dass die Anlage komplett umweltfreundlich sei und man keinerlei Bedenken haben müsse. Auf Grund des Zeitdrucks war nach der Präsentation nicht viel Zeit große Fragen zu stellen, da man sofort in die Führung übergehen musste.

Abschließend kann ich sagen, dass mich dieser Besuch von der technischen Seite her sehr beeindruckt hat, doch kam mir dieser ganze Ablauf sehr verherrlichend vor.
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