In der Schule zu schüchtern

Autorenlesung an der Werratalschule Heringen

Auf die Frage eines Schülers, was Dirk Walbrecker dazu inspiriert habe, Bücher zu schreiben, antwortete dieser, dass er in der Schule zu schüchtern war und Schulaufsätze langweilig fand. Als Ideengeber diente sein Tagebuch, in dem er bis heute interessante Erlebnisse, Einfälle und Begegnungen festhält.
Die Schüchternheit des damaligen Schuljungen war Dirk Walbrecker nicht mehr anzusehen, als er vor den Kindern des 6. Jahrgangs der Werratalschule Heringen stand. Dort war er im Rahmen der "Osthessischen Jugendbuchwoche" zu einer Lesung eingeladen - genau wie sechs weitere Autoren und Autorinnen an anderen Schulen des Kreises.
Walbrecker las nicht nur aus seinem Buch "Eine rätselhafte Verwandlung", sondern er berichtete mit Einsatz äußerst lebhafter Gestik und Mimik von seiner Kindheit in Wuppertal, z.B. über den Versuch des Elefantenbabys Tuffi dort einst Schwebebahn zu fahren. Auch von den Ideen, die seine drei Töchter ihm lieferten, erzählte der heute in München lebende Schriftsteller. Zusätzlich zu der geheimnisvollen, an Kafka erinnernden Geschichte von Greg, der eines Morgens als Riesenraupe aufwacht, erfuhren die jungen Zuhörer und Zuhörerinnen von vielen weiteren Kinder- und Jugendbüchern, die Walbrecker bisher geschrieben hat.
Dass er genau den richtigen Ton traf, sah man an der gespannten Aufmerksamkeit, die ihm die jungen Werratalschüler entgegenbrachten. So bedurfte es auch nur eines kleinen Impulses und sie fragten ihm in der letzten Phase der Veranstaltung "Löcher in den Bauch". Geduldig und mit viel Engagement legte der Autor den Jugendlichen den Prozess des Bücherschreibens und viele damit verbundene Faktoren dar. Die zweistündige Begegnung mit Walbrecker endete mit einer Hörprobe aus seinem Musikbuch "Katzenkonzert" und dem Verteilen von frisch signierten Autogrammkarten an seine neuen jungen Fans. (Fin)

 

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