PROJEKTTAG DES JAHRGANGS 13

BESUCH DER ADAM-VON-TROTT-STIFTUNG UND DES GUTES DER FAMILIE VON TROTT ZU SOLZ IN IMSHAUSEN BEI BEBRA

Wie dieser Tag verlief, verdeutlichen die Ausführungen zweier Teilnehmer:
Zum Ende der Kursphase haben die Geschichtskurse des Jahrgangs 13 der Werratalschule Heringen eine Exkursion zum nahegelegenen Gut der Familie "von Trott zu Solz" in Imshausen bei Bebra gemacht.

Dies war der zweite Exkurs zu dem Thema: "Widerstand im Dritten Reich", welcher auf Einladung von Verena Onken von Trott zu Solz während der Diskussionsrunde an unserer Schule am 15. Dezember 2007 initiiert wurde.

In einem Einführungsvideo wurden nochmals zusammenfassend alle wichtigen Daten des Lebens von Adam von Trott zu Solz genannt.
Der Schwerpunkt des Videos liegt hierbei in der Mitarbeit von Adam von Trott bei der Widerstandsbewegung des Kreisauer Kreises, sowie dem Anklageverfahren vor dem Volksgerichtshof des 20. Juli 1944, in welchem er zum Tode verurteilt wurde, wegen Verrates an Führer und Heimat (jedenfalls laut der nationalsozialistischen Ideologie!).

Das Video selber ist zwar gut strukturiert und hat das Gedächtnis aufgefrischt, jedoch ist es nicht zu vergleichen mit dem gefühlvollen Vortrag, den uns Adam von Trotts Tochter, Verena Onken, im Winter des letzen Jahres gegeben hatte.

Danach sind wir durch das alte Herrenhaus geführt worden.
Die Leitung des Rundganges hatte Verena Onken übernommen. Der Vorteil hiervon liegt klar auf der Hand: Da sie im Kindesalter selbst in diesem Haus aufgewachsen war und dort gespielt hatte (solange bis sie und ihre Schwester von SS Truppen abgeholt wurden), war ihre Erzählung sehr detailliert und "lebensnah". Man hatte das Gefühl, dass das Haus zu leben begann, als sie aus ihrer frühesten Kindheit erzählte. (A.R.)
  
Anschließend begleiteten uns Frau Onken von Trott und die Geschäftsführerin Frau Janssen zu der Kommunität Imshausen, die sich oberhalb des Ortes befindet. Dies war vermutlich für die meisten von uns eine komplett neue Erfahrung: wir erfuhren eine ganz andere, stressfreie Lebensweise, bei der die Achtung anderer Menschen höchste Priorität hat. Die Kommunität befand sich bis in die 90er Jahre im Herrenhaus und war nach dem Krieg von Vera von Trott zu Solz, Adams Schwester, mit gegründet worden.
Zum Abschluss gingen wir zum Kreuz und dem Gedenkstein, die als Erinnerung an Adam von Trott errichtet wurden. Hier verlas Andreas Heckmann, ein Mitschüler, den letzten Brief Adams von Trott an seine Frau Clarita. Dabei begann nicht nur seine Tochter nachzudenken, sondern der gesamte Teilnehmerkreis. Man gab uns Zeit, die Emotionen, die dabei aufkamen, zu verarbeiten, was meiner Ansicht nach sehr wichtig war. Als wir gemeinsam wieder zur Stiftung wanderten, nutzten einige die Gelegenheit, sich persönlich mit Frau Onken von Trott, der Zeitzeugin, zu unterhalten, welche sich uns ausdrücklich als Quelle angeboten hatte. (A.-K. S.)

Dieser Gedankenaustausch und das Betrachten des Denkmales waren meines Erachtens die Höhepunkte dieses interessanten Projekttages.
Ich finde, dass alleine die Aufschrift (s. u.) einen solch starken Eindruck vermittelt, dass man darüber keine Worte mehr verlieren muss.
Das Zitat bildet den krassen Gegensatz zu dem Urteil des Volksgerichtshofes von 1944, in welchem Adam von Trott wegen Führer- und Vaterlandverrates zum Tode verurteilt wurde.

Meiner Meinung nach ist das Beispiel, welches der Kreisauer Kreis und Adam von Trott, der so viele Fäden gezogen hatte, um eine solche Freiheitsbewegung aufzustellen, geben, sehr wichtig, da es zeigt, dass nicht jeder Deutsche in den dreißiger Jahren ein "Nazi" gewesen ist und von "Menschenhass" und dem Gedankengut der "Reinheit der arischen Rasse" getrieben wurde.
Ich bin mir sicher, dass jeder von uns Menschen in seinem Umfeld kennt, die weder von Hitler noch von der NS-Ideologie überzeugt waren, doch es gehört noch viel mehr dazu, so viel Mut aufzubringen, um das Vaterland von der Tyrannei des NS-Regimes zu befreien, wie es die Mitglieder des Kreisauer Kreises taten.

Aus diesem Grund ist es für mich eine Bereicherung gewesen, in der letzen Woche meiner Schulzeit konkret Geschichte vor Ort erlebt zu haben.
Auch in Hinsicht auf meine mündliche Abi-Prüfung in Geschichte bin ich sehr froh, dass wir uns an diesem Tage noch einmal dem Thema des "Widerstandes im Dritten Reich" gewidmet haben, da dies der beste und prägnanteste Weg ist, sich Geschichte zu merken. (A. R.)

Adam
von Trott zu Solz
*9. 8. 1909
+26. 8. 1944
Hingerichtet mit den
Freunden im Kampfe
gegen die Verderber
unserer Heimat.
Bittet für sie
Beherzigt ihr Beispiel

 

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