"Nichts Neues im Staate Dänemark!"

Podiumsdiskussion zum Thema "Hessen nach der Wahl" brachte kaum neue Erkenntnisse

Am "Tag der offenen Tür" fand in der Aula der WTS eine gut besuchte Diskussionsrunde mit 4 der 5 Landtagskandidaten für den Wahlkreis Hersfeld statt; Frau Apel (CDU) fehlte wegen Erkrankung.

Nach einer etwas lang geratenen Vorstellungsrunde ging es mit Fragen aus einem eigens für diesen Zweck von den Schüler/innen des Jahrgangs 13 zusammengestellten Fragenkatalog weiter: Im Mittelpunkt standen die Positionen der verschiedenen Parteien bzw. Kandidaten zum Problem "Regierungsbildung".

Hierbei versuchten die Moderatoren Carsten Schöse und Anna Weitzel zu erfahren, wie sich die Einstellung zur Koalitionsbildung nach der Wahl im Unterschied zu den vorher getroffenen Aussagen geändert hatte.

So redete der Vertreter der SPD, der neue Landtagsabgeordnete Torsten Warnecke, einer "Ampel" das Wort, während der "umgarnte" FDP-Kandidat, Stephan Nied, standhaft die von seiner Partei vor der Wahl getroffene Koalitionsaussage (zugunsten der CDU) verteidigte, allerdings eine "Jamaika-Koalition" nicht unbedingt ausschloss.

Eine solche wurde von dem Grünen Jörg Althoff wegen der fehlenden inhaltlichen Schnittmengen als unwahrscheinlich eingestuft. Er blieb bei seiner Präferenz einer rot-grünen Koalition, die allerdings auf die Tolerierung durch die "Linken" angewiesen wäre. Diese seien dazu grundsätzlich bereit, wie ihr Kandidat Horst Zanger gebetsmühlenartig betonte, erwarteten allerdings ein inhaltliches "Aufeinanderzugehen" seitens der SPD, z. B. beim (Nicht)Ausbau des Frankfurter Flughafens.



Insgesamt bleibt festzuhalten, dass das z. T. langatmige Austauschen von Argumenten zu keiner Annäherung der Positionen geführt hat - also wirklich nichts Neues im Lande Hessen.

Alle gehen davon aus, dass die Hamburg-Wahl (!) abgewartet wird, bevor es in Hessen zu grundsätzlichen Entscheidungen kommt. Diese Argumentation stieß bei den Zuschauern auf wenig Verständnis und führte zu z. T. erregten Zwischenrufen.

Dass die Veranstaltung für die teilnehmenden Schüler/innen trotzdem anregend und informativ war, verdeutlichen die folgenden Meinungen:

"Alles in allem fand ich es interessant zu sehen, wie die verschiedenen Politiker der verschiedenen Parteien reden, argumentieren, gestikulieren und dabei sogar Stimmenjagd betreiben." (A. R.)

"Insgesamt war dies eine sachliche Diskussion, die anfangs eher zu sachlich wirkte, dann jedoch durch Zwischenrufe interessante Emotionen entfachte." (M.S.)

"Anstatt sachlich zu argumentieren und einen Kompromiss oder Lösungsweg zu suchen, stritten die Kandidaten nur und betonten immer wieder, dass ihre Wahlprogramme nicht zueinander passten." (NN)

"Bedauerlich, dass keiner aus den Reihen der CDU anwesend war, da ich gerne gewusst hätte, wie Frau Apel das Wahlergebnis sieht und inwiefern Roland Koch dafür verantwortlich gemacht werden kann. Der Kandidat der Linken hat für mich wieder einmal deutlich gemacht, dass Parteien ohne ein wahres Konzept keine Wahlalternative sein können." (NN) (Ba)

 

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