Geschichte mal anders...
Jahrgang 13 diskutierte mit der Zeitzeugin Verena Onken von Trott zu Solz

Anlässlich des 100. Geburtstags von Claus Graf Schenk von Stauffenberg hatte sich der Jahrgang 13 etwas Besonderes einfallen lassen: Auf Initiative eines Schülers dieses Jahrganges wurde die älteste Tochter des Stauffenberg-Freundes Adam von Trott zu Solz, Verena, zu einem Vortrag mit Diskussion in die WTS eingeladen. Zur Vorbereitung hatten die Schüler der Referentin einen Fragenkatalog zukommen lassen, auf den sie sich in ihren Ausführungen stützte.



Friedrich Adam von Trott zu Solz (1909-1944) war ein deutscher Jurist, Diplomat und eine der Schlüsselfiguren im Widerstand gegen Hitler. Er knüpfte das Netz zwischen Stauffenberg und dem Kreisauer Kreis und hatte Kontakte bis in höchste britische und US-amerikanische Regierungskreise.
Er stammte aus dem in der Nähe von Bebra auf den Gütern Solz und Imshausen ansässigen und zum hessischen Uradel gehörenden Geschlecht derer von Trott zu Solz, das seit mehreren Generationen Diplomaten und Politiker hervorgebracht hatte.
Trott heiratete 1940 die Fachärztin für Psychiatrie Dr. med. Clarita Tiefenbacher, geb. 1917.
Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, Verena und Clarita.
Nach dem gescheiterten Attentat des 20. Juli 1944, bei dessen Gelingen Trott als Staatssekretär im Auswärtigen Amt eingeplant war, wurde er nach Aufdeckung seiner Verbindung mit der Gruppe um Stauffenberg am 25. Juli verhaftet, durch den Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 26. August 1944 in Berlin-Plötzensee durch Erhängen hingerichtet.


Dass die 100 Minuten Diskussion mit dieser außergewöhnlichen Zeitzeugin Früchte trugen bzw. immer noch tragen, verdeutlichen die nachfolgenden Schülermeinungen:

Der Vortrag war meiner Meinung nach die Zeit und den Aufwand mehr als wert. Gerade die Kleinigkeiten, die Frau Onken erzählt hat, haben geholfen, sich besser in die Lage der Widerständler und ihrer Angehörigen versetzen zu können und somit diese Geschehnisse zu verstehen. Ein Geschichtswerk kann solche Inhalte nicht vermitteln. Durch die Betroffenheit, die die Zeitzeugin gezeigt hat, gingen selbst vielen Schülern ihre Geschichten nahe. Obwohl sie 95 Minuten am Stück geredet hat, wurde es nicht langweilig und man konnte gut zuhören. (M. S.)

Ich finde, Frau von Trott hat uns eine interessante Perspektive der Geschehnisse gegeben. Es ist jedem zu empfehlen, so etwas einmal mitzumachen. Die Emotionen und ihre Darstellung waren mitreißend und am liebsten habe ich zugehört, wenn sie sich in kleinen „Geschichten“ am Rande verlor, weil das genau das ist, was Bücher nicht vermitteln. (A.W.)

Sie kann sehr stolz auf ihren mutigen Vater sein, der versucht hat, das Nazi-Regime zu stürzen. (A.K.S)



Diese Veranstaltung war der Einstieg in eine Kooperation zwischen der Oberstufe der WTS und der Stiftung Adam von Trott, Imshausen.
In unregelmäßigen Abständen sollen Veranstaltungen mit beiden Partnern organisiert und durchgeführt werden. Nächste Station dieses „Geschichte mal anders – Zuges“ ist der 5. Mai 2008: Die letzten Geschichtsstunden des Jahrgangs 13 werden zum Projekttag in Imshausen umfunktioniert.

 

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