Bonjour, Rombas!

Videokonferenz von Heringen in die französische Partnerstadt

Heringen. Auf der Projektionswand im Lehrerbüro der Heringer Werratalschule tauchten die erwartungsvollen Gesichter französischer Schülerinnen und Schüler auf, die sich im Medienzentrum der Partnerstadt Rombas versammelt hatten, vor der Webcam auf dem Schreibtisch sprach Oberstudienrat Hans Werner Bachelier seine Begrüßung mit der Nonchalance eines routinierten Fenseh-Ansagers: „Bonjour Rombas, ici Heringen!”

In einer Internet-gestützten Videokonferenz interviewten gestern Schülerinnen der Jahrgangststufe 11 an der Werratalschule auf französisch Bürgermeister Lionel Fournier, wollten von ihm wissen, was er von Kanzlerin Angela Merkel hält, warum die Franzosen nach wie vor bei der Energieversorgung auf Kernkraft setzen und warum sie den europäischen Verfassungsentwurf mehrheitlich abgelehnt haben.

Fragen aus Frankreich

Umgekehrt kamen Fragen junger Französinnen - auf deutsch - an den Heringer Bürgermeister Hans Ries und an den Bundestagsabgeordneten Michael Roth: Wie hat sich Deutschland nach dem Fall der Berliner Mauer entwickelt? Was ist aus Ihrer Sicht wichtig für die deutsch-französische Freundschaft?

Schließlich wurden auch noch Wünsche für das Programm ausgetauscht, wenn die jungen Leute aus Heringen im April zu Gast am Lycée Julie Daubié in Rombas sein werden - eine große Party soll es auf jeden Fall geben.

Nach einer knappen Stunde endete diese Premiere des unmittelbaren deutsch-französischen Dialogs über Datenleitung. Auf beiden Seiten hatten neben sprachgewandten Schülerinnen und Schülern auch Lehrkräfte zum Übersetzen bereitgestanden, in Heringen neben dem Initiator Hans Werner Bachelier auch seine Gattin Astrid, die Studienleiterin der Werratalschule.

Dass sich in Heringen rund zwanzig Konferenzteilnehmer in einem Büro drängen mussten, lag an der Technik: Das verwendete Skype-System funktioniert nur mit einem direkten Internet-Anschluss, nicht im Umweg über ein Netzwerk. Bürgermeister Ries bot für Wiederholungen das Heringer Bürgerhaus an.

Von Peter Lenz

 

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