Werrataler in Watertown

So der treffende Titel des Zeitungsartikels in der HZ vom 14.11.06.

Mit reichlich unvergesslichen Eindrücken, neuen Erfahrungen und tausenden von Fotos landeten die 18 Schüler/innen der USA-AG begleitet von Frau Wenzel und Frau Heiderich-Ratsch am 26.10.06 um 7 Uhr Ortszeit auf dem Frankfurter Flughafen.

Im Gepäck viele Schnäppchen, Souvenirs und lang ersehnte „typisch amerikanische“ Kleinigkeiten.

In den zwei Wochen in amerikanischen Familien konnten die AG-Teilnehmer den „American Way of Life“ hautnah erleben. Nach anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten lernte man die offene Art der Gastgeber richtig schätzen. Die Schule lud die Sch¨ler/innen zum „Homecoming Dance“ ein. Die amerikanischen Familien taten ihr Menschenmöglichstes die Gruppe willkommen zu heißen. Es wurden Treffen und Fahrten geplant. Die Spanischlehrerin Debbie Fisher lud alle Gruppenteilnehmer nebst Gastgeberfamilien und einigen Lehrern in ihr Haus zu einem „Pot Luck Dinner“ ein, ein zwangloses Zusammentreffen bei dem die Gäste jeweils ein Gericht - sei es Salat, Dessert oder Hauptgericht, mitbringen. Freitags hatte Herr Rusch eine Stadtrundfahrt zu den Sehensw¨rdigkeiten Watertowns organisiert. Die Middle School, eine katholische Privatschule, Feuerwehr, Polizeipräsidium mit Besuch einer Zelle, und einen Abstecher zum Bürgermeister standen auf dem Programm. Highlight dieser Tour war aber wohl das „Octagon-House“, ein um 1850 erbautes, mehrstöckiges, achteckiges Haus, das sogar eine Zisterne auf dem Dach hatte, die die R&äuml;ume mit fließenden Wasser versorgte. An einem Freitag Abend traf man sich zu einer „Haunted Hayride“ auf einer Farm. Dort waren eine gruselige Mine, ein Labyrinth und eine Fahrt durch einen Geisterwald zu meistern, bevor man sich in einem Zelt mit „hot apple cider“ stärken konnte. Frau Wenzel hat sich bestimmt von allen Besuchern am meisten gefürchtet ;-). Samstags hatte der „International Club“ eine Fahrt in einem riesigen Vergnügungspark organisiert an der fast alle Werrataler mit ihren Gastgebern teilnahmen.

Aber nicht nur „fun“ stand auf dem Programm. Um 7:50Uhr begann der Unterricht für 7 Stunden, bis 15:15Uhr. Nach einem Schnuppertag bekamen die Schüler/innen ihren eigenen Stundenplan und nahmen wie die amerikanischen Schüler am Unterricht teil. Erst mindestens 3 Stunden Unterricht, dann wurde um die Mittagszeit in der Cafeteria eine warme Mahlzeit eingenommen und weiter gings mit 3 bis 4 Stunden Unterricht. Jeden Tag das gleiche Programm: die gleichen Fächer, zur selben Zeit. Man hatte 4 Minuten um den Raum zu wechseln, denn in amerikanischen Schulen wechseln die Schüler die Räume. Die Lehrer haben ihren festen Raum, den sie sich nach ihrem Geschmack einrichten und in dem sie ihre Materialien deponieren. Die Schule stellt den Lehrern einen Computer und ein Telefon. Videorecorder, CD-Player und Kartenmaterial sind in jedem Raum vorhanden oder zumindest im Nachbarraum. Braucht der Lehrer ein Arbeitsblatt, fertigt er es an seinem PC an, druckt es aus und kann es am Drucker in einem Druck- und Kopierraum abholen. Auch die Klassenbuchführung läuft über den Lehrer-PC und in der Administration wird darauf reagiert, falls ein Schüler abwesend sein sollte.

Nach den zwei Wochen in den amerikanischen Gastfamilien fiel der Abschied am Samstag Morgen sichtlich schwer. Aber die Rundreise durch Wisconsin und nach Chicago stand auf dem Programm und man sagte, bepackt mit Mountain Dew, Cola, Popcorn und Donuts, „Auf Wiedersehen“.

Die Fahrt führte zunächst in das Indianerreservat der Oneida. Anschließend zum Stadion der „Green Bay Packers“ dem Footballteam Wisconsins und von hier zur Übernachtung in Wisconsin Dells. Da es in Strömen regnete, nutzte man ausgiebig den beheizten Indoor Swimming-Pool. Am nächsten Morgen wurde bei Temperaturen um die 0° eine Fahrt in einem offenen Amphibienfahrzeug um und auf dem Wisconsin River unternommen, bevor man zum „House on the Rocks“ weiterfuhr. Hier konnte man dem Schnee vor der Tür entfliehen, indem man sich die 14 Räume des von seinem Erbauer eigenhändig und über mehrere Jahre errichteten Gebäudes, ansah. Selbst ein riesiges Karussell war in einem der Räume zu bestaunen. Nach einer etwa einstündigen Fahrt durch schneebedeckte Landschaft erreichten wir Madison, die Hauptstadt Wisconsins. Die Räume des Capitols wurden durch einen versierten Führer erklärt, viele Fotos gemacht und dann ging ew weiter zum nächsten Hotel in Milwaukee. Wieder konnte der Pool genutzt werden und am nächsten Morgen besuchten wir eine Jelly Bean Factory. Bonbons in tausend Farben und Ge-schmacksrichtungen. Nachmittags erreichten wir Chicago. Zunächst bot sich die Gelegenheit das „Hard Rock Cafe“ downtown zu besuchen. Danach erklärte eine sehr nette Reiseführerin einiges zur Geschichte Chicagos und zeigte uns die Sehenswürdigkeiten. Am nächsten Tag wurde zunächst eine Schifffahrt auf dem Lake Michigan und dem Chicago River unternommen, bevor man auf dem Navy Pier flanieren und shoppen konnte. Nachmittags wurde das „Art Institute of Chicago“ besucht und abends gab es Gelegenheit in der größten Mall Chicagos in Schaumburg letzte Einkäufe zu tätigen. Nachts wurden die Schätze dann in den Koffern verstaut, man überlegte welche Flüssigkeiten denn wohl die Sicherheitskontrolle am Flughafen passieren könnten und bereitete sich auf den Heimflug vor. Morgens stand dann wieder ein Highlight (für Frau Wenzel) auf dem Programm – die Käsekuchen Bäckerei. Eine Dame führte uns durch die Bäckerei und nach der Führung gab es dann für jeden ein Stück Kuchen zum Kosten. Lecker! Richard, unser Busfahrer, brachte uns zum Flughafen und wir checkten zum Rückflug ein.

Es war ein tolles Erlebnis und wir hoffen, dass es noch sehr oft möglich sein wird solche Erfahrungen zu machen!

Werratalschüler in der großen Welt

Benjamin Lehmann (Klasse 11) berichtet über die Reise der USA-Arbeitsgemeinschaft nach Wisconsin/USA

Am Freitag, dem 6. Oktober war es endlich soweit, die USA-AG startete ihre lang geplante Reise nach Wisconsin, einem der Staaten der USA. Frau Wenzel, Frau Heiderich-Ratsch und 18 Schüler und Schülerinnen der WTS absolvierten eine Busfahrt nach Frankfurt, 45 Minuten Verspätung unseres Fluges und anschließend noch fast zehn Stunden Flug mit Zwischenstopp in Chicago. Obwohl es bei unserer Ankunft an unserem Zielort für uns eigentlich 11 Uhr nachts war, schien die Sonne am Nachmittagshimmel von Wisconsin, und es war ungewöhnlich warm. Gut, dass es kurz vor Halloween war, als wir in Madison aus dem Flieger kamen, denn mit rot unterlaufenen Augen sowie müden und zerknautschten Gesichtern hätte man uns leicht mit Figuren aus einem Horrorstreifen verwechseln können.

Am Flughafen erwartete uns schon Herr Rusch, der amerikanische Deutschlehrer der Watertown Highschool mit zweien seiner Schüler. Und am Ende dieses äußerst anstrengenden und langen Tages freute sich wohl jeder, einfach in ein warmes Bett zu kriechen und den ausgebliebenen Schlaf nachzuholen.

Am nächsten Morgen hatten wir viel Zeit, unsere Gastfamilien näher kennen zu lernen. Einige gingen einkaufen, andere blieben schlicht daheim, doch worauf sich wohl jeder freute, war der Homecoming-Ball am Abend. Alle waren sehr chic angezogen, die Mädchen trugen Abendkleider und die Jungs Anzüge. Jeder, der was auf sich hielt, hatte ein Date, mit dem er tanzte.

Montag war der erste Schultag, an dem wir noch den Stundenplänen unserer Gastgeschwister folgten, die aber in der sechsten Stunde durch neue auf Gruppen aufgeteilte Pläne ersetzt wurden, immer drei in einer Gruppe, denen wir dann die nächsten beiden Wochen nachgingen.

In den amerikanischen Highschools werden die irrsinnigsten Kurse angeboten, solche wie "internationale Küche", "Tierpflege" (mit echten Tieren) und "amerikanische Probleme".

Viele von uns waren überrascht, wie sehr sich das Schulsystem der Vereinigten Staaten von unserem unterschied, dass man zum Beispiel ab der neunten Klasse schon das Kurssystem hat und was es alles in den Lehrplänen gab, was wir nicht hatten, aber auch, dass oft Stoff in unseren Jahrgängen behandelt wurde, den wir in Deutschland schon vor ein bis zwei Jahren hatten. So vergingen zwei Wochen, in denen wir auch vieles unternahmen, wie gelegentliches gemeinsames Essen in der Pizzeria oder Besuche in einem Geisterhaus und dem Freizeitpark "Great America". Am vorletzten Abend, vor der Rundreise durch den Staat Wisconsin, haben wir alle zusammen, d.h. die Amerikaner und die Deutschen, eine vorgezogene Überraschungsparty für Sabine Fromm gegeben, die die darauf folgende Woche Geburtstag hatte.

Am Freitag machten wir uns dann auf, die Wunder Wisconsins zu entdecken. Wir sahen echte Indianer, die man gar nicht als solche erkannt hätte, ließen uns vom "house on the rocks" verzaubern und machten eine spritzige Tour mit einem Amphibienfahrzeug in den Wisconsin Dells. Eine besondere Augenweide war auch das Regierungsgebäude in Madison, verziert mit Gold und Mosaiken, das einen schon fast an eine prächtige katholische Kirche erinnerte.

Doch das absolute Highlight waren wohl die zwei Tage in Chicago. Angefangen bei den wunderschönen und zugleich gewaltigen Wolkenkratzern, die hoch in den Himmel ragten, und aufgehört bei dem turbulenten Leben in der Großstadt. Wie die Leute herumwuselten, in der einen Hand der Kaffee, in der anderen das Handy und unterm Arm ein Sandwich und ein Aktenordner. Reiche und Schöne liefen hastig vorbei an Elenden und Armen, und überall gab es Gutes und Schlechtes, wie wir es uns in unseren kühnsten Träumen nicht hätten ausmalen können. Dort besuchten wir Museen und machten Stadtrundfahrten mit dem Bus und auf dem Wasser, und um uns wieder von dem ganzen Trubel beruhigen zu können und alles erstmal zu verarbeiten, statteten wir noch Eli`s Cheesecake Factory , nach der Jelly Belly Candy Factory die zweite Fabrik, einen Besuch ab und bestiegen wenige Stunden später den Flieger nach Hause.

Es war eine schöne Reise, auf der wir zweifelsohne eine Menge gelernt haben, wie zum Beispiel, dass die Amerikaner immer noch glauben, David Hasselhoff sei in Deutschland eine Berühmtheit, oder dass es nicht so selbstverständlich ist, dass jeder weiß, dass in Deutschland Deutsch gesprochen wird, es könnte ja Englisch oder Französisch sein. Was es nicht alles gibt!

Abschließend ist zu sagen: Wer die Möglichkeit hat, eine solche Reise zu machen und die Welt ein wenig besser kennen und verstehen lernen will oder bloß interessiert ist, wie es denn auf der anderen Seite vom "Teich" aussieht, der sollte die Chance nutzen, man wächst an der Erfahrung.

Und natürlich möchte ich mich hier auch im Namen der Gruppe bei Frau Wenzel und Frau Heiderich-Ratsch bedanken, dass sie uns diese Fahrt ermöglicht haben.

Fotogalerie Watertown 2006
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